Waldgeflüster

Montag, 17. Juli 2017

Lammas 2017 - Ein Schnitt muss her!


Danke für eure Unterstützung!!!


Mit Schrecken habe ich heute Morgen gesehen, dass der Juli schon wieder so gut wie vorbei ist. Wo bleibt nur im Moment die Zeit? Die Tage werden schon wieder kürzer und die ersten Blätter an den Bäumen verfärben sich bereits.
Wo meine Zeit bleibt, weiß ich ganz bestimmt. Wir sind im April Eltern geworden und seitdem ticken unsere Uhren etwas anders. Jeder der Kinder hat, weiß, dass die schöne strukturierte Welt erst einmal ausgehebelt wird. Vielen von euch ist natürlich aufgefallen, dass ich im letzten Blogeintrag Fehler gemacht habe (Danke hier an Witwe Bolte und Gunnar!!) die mir sonst nie unterlaufen wären. Und es stimmt. Den letzten Blogeintrag habe ich in Hektik geschrieben. Zwischen Füttern und Pampers wechseln. Natürlich hätte ich mir mehr Zeit nehmen können – abends, aber ich wollte partous nicht auf die Blogeinträge verzichten. Hört sich schlimm an, oder? Und ich möchte euch heute etwas in meine Seele schauen lassen. Es war schlimm!
Die ganze Schwangerschaft über wurde mir Angst gemacht. Von Ärzten (Sie sind zu alt… usw), von meinem Umfeld (ein Kind zerstört die Familie und Deine Ehe), einfach von allen. Die Schwangerschaft war ein einziger Kampf und emotional eine absolute Geisterbahn-Fahrt. Unser Sohn kam dann 4 Wochen zu früh viel zu leicht und viel zu klein auf die Welt. 4 Wochen kämpften wir mit ihm an seinem Brutkasten. An Stellen wo wir schon aufgeben wollten, weinten und verzweifelt waren, zeigte er uns, wie sehr er leben möchte und wie stark sein kleines Kämpferherz schlägt. Er entwickelte sich super! Mittlerweile merkt man ihm gar nicht mehr an, dass er einmal ein Frühchen war.
Meine eigene Welt – so erschien es mir lange – zerbrach völlig. Als ich damals schwanger wurde, war ich überhaupt nicht bereit dafür. Nicht mehr. Über viele Jahre haben wir uns nichts sehnlicher als ein Kind gewünscht und zu dem Zeitpunkt, als ich meinen Frieden damit machte und das Leben in seiner Fülle neu entdeckte, wurde ich schwanger. Mein Kopf kam nicht mehr hinterher. Zeit um die Schwangerschaft mit allen schönen Seiten zu erleben hatte ich nicht, denn wie gesagt wurde ich von Ärzten immer wieder verunsichert. Diese „Verunsicherung“ ging soweit, dass ich an den Punkt kam, an dem man mir Anti-Depressiva geben wollte und mir riet, mich einweisen zu lassen. An diesem Punkt wurde ich wach!
Ich lehnte die Tabletten ab und ließ mich nicht einweisen! Und es war richtig so!
Wie ich heute sehe, war ich eine ganz normale Mutter. Mit Ängsten und Sorgen! Überfordert! Ich musste erst einmal in die neue Situation hineinwachsen. Mit erhöhtem Schwierigkeitslevel. Not-Kaiserschnitt, Frühchen, 4 Wochen Intensivstation etc. Aber wir haben es geschafft. Gemeinsam. Als Familie. Und es hat uns zusammengeschweißt. Als kleine Familie.
Ich schaue zurück und mir kommen die Tränen. Ich schaue zu meinem Sohn der friedlich auf seinem Schmusetuch schläft. Ich bin traurig! Ich hätte mir einen schönen Start für Dich gewünscht kleiner Mann! Ich hätte Dir gewünscht, dass Du den Start in diese Welt bekommst, den Du verdient hättest. Einen tollen, harmonischen Start. Wir hatten das Gefühl, dass bei allem was wir Dir geben, es nicht genug ist. Eine alte Dame hat mich im Krankenhaus gefragt, was ich ihm denn mehr geben wollen würde. Ich sagte: So vieles. Sie fragte mich, ob ich ihm Liebe gebe. Und ich antwortete: Natürlich!!! Sie sagte: „Mehr braucht ihr Kind nicht!“ Dann ging sie! 

Die Natur ist unsere einzig wahre Ressource, auch auf geistiger Ebene!!!

Heute sehe ich, dass sie Recht hatte! Wir haben unser erstes gemeinsames Problem überstanden. In einen Brief den ich unserem Sohn geschrieben habe, steht: „Wir sind gemeinsam mit Dir und unserer kleinen Familie durch diese verdammt schwere Zeit gegangen und am Ende stehen wir 3 gemeinsam als stolze, starke Familie noch enger zusammen. Es war das erste Problem was uns zugegeben sehr früh eingeholt hat… aber es werden noch viele folgen. Und ich möchte Dir heute versprechen, dass wir durch alle Probleme, Schwierigkeiten und Sorgen an Deiner Seite sein werden! Du wirst von uns starke Wurzeln bekommen, wir werden Dich aber auch frei sein lassen. Du wirst wie eine kleine Eiche werden! Stark, stolz und frei! Und wir helfen Dir dabei! Wir 3 werden überall gemeinsam hindurchgehen. Und auch wenn wir Dir nicht alles abnehmen werden, so werden wir Dich unterstützen, Dich tragen und begleiten, Dir Mut machen und für Dich da sein – mit ganz unendlich viel Liebe! Und dann schaffen wir alles! Versprochen kleiner Mann"
Lammas naht! Das Schnitterinnen Fest! Und in der Hitze des Sommers ging es auch bei uns sehr turbulent zu. Die Sommerglut hat unsere Seelen fest im Griff gehabt und uns fast verbrannt. Es ist Zeit einen Schnitt zu tun! Das Alte- vergangene – Abzuschneiden und endlich nach vorne zu schauen! Diese schlimme Zeit zu vergessen und endlich mit dem Glücklichen Leben anzufangen, welches wir Dir so wünschen! Papa und ich werden den Schnitt machen! Das was wir mit Dir erlebt haben, wird nicht vergessen werden – aber es wird geheilt und gemindert werden. Du wirst sehen!

Du bist ein unglaubliches Geschenk für uns und wir lieben Dich abgöttisch!

Ich wünsche mir, dass ich anderen Müttern Mut machen kann. Mut zu kämpfen! Mut nicht aufzugeben. Mut, durch diese schweren ersten Tage/ Wochen zu gehen und nicht daran zu zerbrechen. Ich habe jetzt am eigenen Leib erfahren, wie tief dieser Sog voller Depressionen und Sorgen einen ziehen kann und ich möchte euch anbieten, dass ich euch auch durch euren Sog begleite. Ich bin eine starke Persönlichkeit – so wurde es mir immer wieder gesagt – aber diese Zeit, hat mich fast zerbrochen. Nur der Unterstützung meines Mannes und meiner Familie verdanke ich, dass ich heute wieder stark und fest auf der Mutter Erde stehe! Danke!!

In diesem Sinne! Oben wird in diesem Moment ein kleiner Mann wach, dem ich jetzt die leckerste Milch der Welt geben werde :)

Und wenn wir am Schnitterfest unsere Schnitte machen, dann wirst Du fröhlich glucksend neben uns sein und uns mit Deinem wahnsinnig süßen Lächeln anglucksen… und das wird alles wieder gut machen.

Lammas naht! Und es wird auch Zeit für euch! Schaut in euch, was einen Schnitt verdient! Was muss abgeschnitten werden? Was muss raus aus euch und eurem Leben?



Wir geben Dir Wurzeln! Starke Wurzeln! Diese Bäumchen soll Dich immer daran erinnern, wie stark Du bist!!! Und die Äpfel sollen Dich daran erinner, dass das Leben auch süße Seiten hat!
Blessed be!!!


Sonntag, 11. Juni 2017

Litha 2017 - Trauer ist der Preis für Liebe




Sommersonnenwende - Mittsommer 
Nun die Sonne soll vollenden
Ihre längste, schönste Bahn,
Wie sie zögert, sich zu wenden
Nach dem stillen Ozean!
Ihrer Göttin Jugendneige
Fühlt die ahnende Natur,
Und mir dünkt, bedeutsam schweige
Rings die abendliche Flur. 

Nur die Wachtel, die sonst immer
Frühe schmälend weckt den Tag,
Schlägt dem überwachten Schimmer
Jetzt noch einen Weckeschlag;
Und die Lerche steigt im Singen
Hochauf aus dem duft'gen Tal,
Einen Blick noch zu erschwingen
In den schon versunknen Strahl.

von Ludwig Uhland (1787-1862)

Ist es nicht herrlich draußen? Schaut nicht so auf meine Füße. Ich laufe um diese Jahreszeit immer Barfuß. Nur so spürt man, dass der Boden schön warm ist und lebt. Bei jedem Schritt wird einem bewusst, dass es Sommer ist. Spürt ihr die warme Luft auf eurer Haut? Spürt ihr den Wind der die Kirschen im Baum tanzen lässt? Ist es nicht herrlich? Die ersten Glühwürmchen tanzen abends in den Lüften und verzaubern die Welt. Unwirklich erscheint sie mir dann. In einer Welt in der Hektik und Stress an der Tagesordnung sind… in der Qualität regiert … da tanzen Glühwürmchen. Es kommt mir dann wie eine ganz eigene Zauberwelt vor. Aber so geht es mir nicht allein. Schon William Shakespeare hat sich von
dieser Jahreszeit inspirieren lassen. Kennt ihr den „Mittsommernachtstraum“ von ihm? Mit den Feen und Elfen und Puk? Nein? Dann kann ich euch dieses Werk wirklich empfehlen. Es wird euch zum lachen bringen aber auch an manchen Stellen nachdenklich stimmen.
Nachdenklich stimmen… das erinnert mich an etwas. Bald ist ja schon wieder Litha. Alban Hefin wie die Druiden sagen. Die Sommersonnenwende. So weit ist das Jahr schon wieder fortgeschritten. Haben wir nicht eben noch das zurückkehrende Licht gefeiert? Und jetzt? Jetzt sollen die Tage schon wieder kürzer werden? Jetzt schon? Die Zeit vergeht so schnell. Ich habe letzte Woche einen Spruch gelesen, der mich nachdenklich gestimmt hat und auch an diese Zeit erinnert hat.

Trauer ist der Preis den wir für Liebe zahlen müssen.

In ihm steckt so viel wahres. So sehr ich den Frühling und Sommer auch liebe, um so wehleidiger werde ich, wenn der Herbst wieder naht und wenn die Tage wieder kürzer werden. Nur wer wirklich liebt, kann so etwas wie Trauer überhaupt empfinden. Wenn mir die Jahreszeiten egal sind, so wird mir auch der Wechsel in die dunkle Jahreszeit nicht schwer fallen. Natürlich werde ich den Übergang spüren, aber es wird mich nicht melancholisch machen. Ja, aber warum liebt man denn dann? Wenn es einem am Ende nur Schmerz bringt? Das habt ihr treffend gefragt. Nun, ich kann nur von mir aus sprechen. Ich liebe gern. Ich liebe das Leben, mein Leben und alles was dazu gehört. Ich liebe die Natur mit ihren kleinen und großen Wundern. Ja, ich liebe. Und zwar im vollem Bewusstsein, dass dazu auch Schmerz und Trauer gehört. Natürlich wäre mein Leben einfacher, wenn es keinen Schmerz und keine Dunkelheit geben würde. Aber ich finde, es gehört einfach dazu. Was wäre denn ein Frühling, wenn man die Farben nicht zu schätzen wüsste? Die Gerüche? Was wäre der Sommer, wenn man an einem Getreidefeld einfach so vorbeigehen würde ohne innezuhalten und den wahren Reichtum zu erkennen? Was wäre die Liebe zu einem Mann, wenn man Oberflächlich fühlen würde? Es wäre nur halb gelebt. Und so wie man nicht halb leben kann (entweder ganz oder gar nicht), kann man auch den Jahreskreis nicht halb haben. Licht und Dunkel… Sommer und Winter… alles kommt und geht und muss im Einklang bleiben. Auch Trauer und Liebe. Und so wird auch dieser Sommer einmal vergehen. Das ist der Preis den wir für die Liebe zahlen müssen. Aber wir können uns sicher sein, dass der nächste Frühling schon auf uns wartet. Und noch ist Sommer. Ihr solltet jetzt nicht vor dem PC sitzen. Geht raus. Liebt! Genießt die Natur. Legt euch ins Gras und schaut den Wolken zu. Setzt euch an einen kühlen Bach und taucht eure Füße hinein. Beobachtet die Glühwürmchen. Liebt mit allen Sinnen!



Und wenn am 21.06 die längste Nacht anbricht, so geht hinaus und sammelt 9 Kräuter. Bindet euch daraus ein
Sträußchen und legt ihn in der Mittsommernacht unter euer Kopfkissen. Schafft euch eine Erinnerung an den Sommer. Sammelt Johannsikraut, Beifuß, Nachtkerze, Königskerze, Blutwurz, Nelkenwurz, Fieberklee, Ginster und Rainfarn und trocknet die Kräuter und bindet daraus Sträuße. Sie werden euch gut durch die nahende Dunkelheit führen. Gerade das Johanniskraut in der Mittsommernacht gepflückt hat eine enorme Kraft. Aber vorsicht! Man sollte es vermeiden in dieser Nacht auf Johanniskraut zu treten. Das macht den Elfenkönig und sein Gefolge wütend und man wird für ein Jahr und einen Tag ins Elfenreicht entführt. Und streut man sich Sporen des Rainfarns über den Körper, soll man sogar unsichtbar werden. So machen es angeblich die Elfen. Woher ich das weiß? Na sie haben es mir in der letzten Mittsommernacht zugeflüstert.
Es ist Sommer! Genießt ihn! Auch ich werde am 21.06 ums Feuer tanzen und so viel Sommer tanken wie ich kann. Natürlich werde ich mit den Feen und Elfen tanzen und feiern und den ein oder anderen Hollundertrunk zu mir nehmen. Wer weiß, was sie mir zu fortgeschrittener Stunde dann wieder erzählen. Ich werde es euch ganz genau Berichten :) Versprochen

Blessed be! 
Eure Hexe

Montag, 20. März 2017

Ostara 2017 - Pflanze Deine Träume

Achje, schon wieder ist viel Zeit vergangen. Wir haben viel zu lange nichts voneinander gehört. Aber seid euch gewiss, der Druide und die Hexe sind aus ihrem Winterschlaf erwacht und sind geschäftig wie zur Zeit auch die Bauern auf den Feldern. Natürlich sind wir keine Großgrundbesitzer. Aber unsere eigenen Felder - in uns selbst- müssen im Moment bestellt werden. Wir sind mit ackern, pflügen, säen und dergleichen beschäftigt.
Wisst ihr, dass ich es sogar als Wohltat empfinde, nach den langen, dunklen Wintermonaten wieder aktiv werden zu können? Viel zu lange habe ich im Dunkel gesessen und mich ausgeruht, mir eine Pause von der Hitze des Sommers genommen und bin in mich gegangen. Jetzt im Frühling, der ja heute zu uns zurück gekommen ist, wird es wieder Zeit sich zu erheben, tieeeeef durchzuatmen und sich wieder selbst zu aktivieren. Und wisst ihr was? Es tut gut, sich selbst wieder zu spüren. Seinen Körper wieder aktiv zu erleben, die Muskeln nach getaner Arbeit zu spüren. Zu spüren, wie das Leben zurückkehrt.

Und es ist eine schöne Zeit. Nach Imbolc und dem ersten Frühjahrsputz des Jahres sind nun, nach unserem Haus auch wir selbst dran.
Unser Haus haben wir ja zu Imbolc schon ausgeräuchert, von bösen Geistern vertrieben und gereinigt.Viele nennen Imbolc auch den ersten Frühjahrsputz. Jetzt sind wir dran. Jetzt ist unser eigener Frühjahrsputz dran.

Wenn ich mich mit Menschen in meinem Umfeld unterhalte, dann merke ich immer wieder, dass sie eigentlich noch gar nicht bereit sind, aus der Dunkelheit wieder in den Frühling zu kommen. Zu sehr genießen sie die Ruhe und die sanfte Umarmung des Winters.

Natürlich hat es seinen Reiz weiterhin in der Ruhe zu leben und sich eingemummelt in Kuscheldecken zu verstecken. Aber ist es wirklich das, was Leben ist? Wie hätten unsere Ahnen überlebt, wenn sie einfach im Frühling im Haus geblieben wären und ihre Felder nicht bestellt hätten? Natürlich könnt ihr jetzt sagen, dass wir ja keine Bauern mehr sind und keine Felder mehr zu bestellen haben... aber ich möchte euch sagen, dass sich der Gedanke auch in der heutigen Zeit noch übertragen lässt. Wenn wir nämlich von unseren eigenen Feldern- damit meine ich die "inneren Felder" ausgehen, dann erschrecken wir oftmals, wie lange wir unsere Felder nicht mehr besucht oder gar bearbeitet haben. Sie liegen brach.
Na klar. Es ist auch einfacher, sich mit Problem-Feldern nicht zu beschäftigen. Sie einfach in Vergessenheit geraten zu lassen. Aber es sind dennoch unsere Felder... unsere Sorgen. Die Felder sind trist, dunkel und trübe. Und natürlich besucht in der kommenden Jahreszeit niemand so ein Feld gerne. Natürlich macht man bei den Spaziergängen im Sommer einen weiten Bogen um sie.

Es liegt also an uns, aus diesen Feldern wieder etwas schönes zu machen. Und dafür müssen wir aktiv werden. Wenn uns das Feld und die Probleme zu groß erscheinen, dann lasst uns versuchen, jeden Tag wenigstens ein kleines bißchen zu bearbeiten. Stück für Stück, Schritt für Schritt. Wenn wir dann merken, dass wir trotzdem nicht weiter kommen, dann lasst uns Hilfe suchen. Früher halfen sich die Bauern auch gegenseitig, weil sie um die harte Arbeit auf den Feldern kannten. Und ich bin mir sicher, solche Menschen gibt es auch in eurem Umfeld.

Es ist Frühling! Geht auf eure Felder und schaut. Was habt ihr für Felder in euch? Wie müssen diese bearbeitet werden? Habt ihr einen "Bepflanzungsplan"? Also einen Plan der euch sagt, wann ihr welches Feld machen wollt?Was braucht ihr für "Gerätschaften" um aus eurem dunklen, tristen Acker wieder ein lebendiges Areal zu erschaffen?
Mit was wollt ihr euer Feld bepflanzen? Mit Mut? Hoffnung? Kraft? Mit bunten, kraftvollen Blumen? Mit Liebe?
Und was ist mit euren Träumen? Welche Träume habt ihr im Winter für euch erkannt? Und ist es nicht einen Versuch wert, diese Träume auf eines eurer Felder zu pflanzen? Lasst euch überraschen, ob und wie eure Träume gedeihen.

Wir im Traumreich-Wald glauben übrigens, dass gerade jetzt zu Ostara alles voller Elfen und Trolle ist. Noch rechnen die Menschen nicht mit ihnen und sie bleiben unerkannt. Überall wo die Elfen landen, werden später die buntesten Sommerblumen blühen. Und dort, wo die Trolle und Kobolde Rast machen, werden kleine junge Bäume aus der Erde wachsen. :)

In diesem Sinne wünschen wir euch einen schönen Start in den Frühling!

Vergesst nicht, eure Träume zu pflanzen! :)
Blessed be!!




Mittwoch, 22. Februar 2017

Frühlingsspaziergang


Wer jetzt mit offenen Augen durch die Welt geht, der wird die großen und kleinen Wunder der Natur erleben. Seien es die Weidenkätzchen oder ersten Schneeglöckchen die mutig ihre Köpfchen durch die Erde drücken und sich ihren Weg ins Leben zurückkämpfen, oder einfach die ersten Vögel die am Morgen wieder ihr Lied anstimmen. Für mich ist es eine wahrhaft magische Zeit.
Als Kind verbrachte ich viel Zeit in der Natur und auch heute noch spüre ich, wie sie mich magisch anzieht. Natürlich besuche ich vor allem meine Wälder. Als kleines Mädchen dachte ich immer, dass der Wald eine riesengroße Kirche ist. Ich habe hinauf gesehen in die Wipfel und habe mir vorgestellt, dass sie das Dach bilden.  Das ein umgestürzter Baum der Altar wäre...
Versucht es einmal... geht mit offenen Augen eines Kindes durch den Wald und ihr werdet mit Sicherheit auch eure ganz eigene Kirche finden. Dabei ist es egal, an welchen Gott, Göttin oder Götter ihr glaubt. Darum geht es nicht. Es geht um die heiligen magischen Orte die schon unsere Ahnen kannten und verehrten. Magische Haine... Magische Tempel mitten in der Natur...



Diese ganz besondere Zeit des Erwachens verbinde ich gerne mit einem Gedicht, welches ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte:

Es ist der Wald wie eine Kirche
drum geh mit Andacht Du hinein,
dort singen Vöglein frohe Lieder,
mit Deinem Gott bist Du allein!

Dort findest Du Dome, weite Hallen,
doch auch Kapellen, groß und klein,
drin laden moosbedeckte Bänke
zur stillen Andacht freundlich ein.

Da schau Dich um ringsum im Kreise,
wo stolz die Waldriesen stehn,
Du wirst die Allmacht Deines Gottes
an jedem Baum und Strauche sehn!

Du wirst verstehen der Bäume Lispeln
der Vöglein Stimmen rings umher,
es liegt im Wald ein tiefer Zauber,
er stärkt das Herz, wenn es Dir schwer.

So wenn ein Leid Du willst vergessen,
ja selbst erflehen eine Gnad,
geh nur hinein in des Waldes Mitten,
Du findest stets den rechten Pfad.

Es stehen die Tore allzeit offen
Zu Deinem Dom im duftigen Hain,
kannst weinen, beten dort und hoffen,
und auch vergessen...
Tritt nur ein!

Georg Ludwig Friedrich Wilhlem Graf zu Münster (1776-1844)


Montag, 30. Januar 2017

Imbolc - die Zeit der Heilung

Auch wenn im Moment noch alles grau und trübe ist, so können wir doch schon die ersten Rückkehrversuche der Natur spüren. Das Feuer kehrt zurück. Und es bringt Licht ins Dunkel. Zu lange war es dunkel und wir haben vielleicht Dinge nicht gesehen, die wir hätten früher sehen müssen.
So hat es uns tief getroffen, dass letzte Woche über einen „Druiden“ berichtet wurde, der verhaftet wurde, weil er im Netz zu Mord und Verfolgung von Juden und Ausländern aufgerufen hat. Auf Facebook waren deutliche Aussagen von ihm in diese Richtung zu lesen. Ich möchte einen seiner Facebook Posts zitieren: „Wir benötigen eine Säuberungsaktion stalinistischen Ausmaßes“.

Das hat uns tief erschüttert! Eigentlich wollte der Traumreich Wald nie über Politik schreiben. Aber dennoch möchten wir uns klar und deutlich von diesem Menschen distanzieren!

Druiden…
Jetzt sind sie im Kreuzfeuer der Presse und natürlich auch der Menschen angekommen und mitten im Visier. Schon jetzt werden Stimmen laut, die alle Heiden und spirituell arbeitenden Menschen über einen Kamm scheren und behaupten, dass die rechte Keule zum Grund-Gedankengut dieser Glaubensrichtungen gehört. Nicht zuletzt häuften sich die Vorfälle wie an Silvester bei den Externsteinen (Irminsul mit Rechtsradikalen Farben und eindeutigen Zeichen wurden dort platziert) oder jetzt eben die Verhaftung dieses „Druiden“.
Ich schüttle den Kopf. Ich bin unendlich traurig und Fassungslos. Ilfur geht es ähnlich. Man kann sagen, wir stehen beide unter einer Art Schock. Es geht um Druiden. Es geht um eine Lebenseinstellung die Ilfur schon seit über 20 Jahren lebt.

Imbolc,… die Zeit der Heilung?
Ich habe diese Woche viel über die Worte des „Druid Prayer“ nachgedacht.

Gewährt uns, oh Vater Himmel und Mutter Erde, Euren Schutz.
Und in diesem Schutz Stärke
und in dieser Stärke Verständnis
und in diesem Verständnis Wissen
und in diesem Wissen das Wissen um Gerechtigkeit
und in dem Wissen um Gerechtigkeit die Liebe zu ihr
und in den Liebe zur Gerechtigkeit die Liebe zu allem Lebendigen
und in der Liebe zu allem Lebendigen die Liebe zu Vater Himmel und Mutter Erde
und zu allem Guten.
Awen.

Es gibt so viele Versionen dieses Gebetes welches auch vom obersten Druiden Orden- dem OBOD jedem Druiden beigebracht wird. In diesem Gebet geht es um die Säulen, die ein aufrichtiges Leben haben sollte.

Auch wenn es viele Versionen gibt, so ist doch die Aussage im Text des Gebetes klar und eindeutig. Worte wie Wissen, Gerechtigkeit, Wahrheit, Liebe und Verständnis kommen in diesem Gebet vor … das sind doch eigentlich ganz klare und unmissverständliche Aussagen.
Eigentlich. Doch in einer Welt die an Chaos jeden Tag zunimmt scheinen sie zu verschwimmen und an Bedeutung zu verlieren. Oder verlernen wir nur ihre Bedeutung? Nehmen wir einmal diese beiden: Wahrheit und Gerechtigkeit. Sind nicht gerade sie im Moment so extrem Wichtig für diese Welt? Aber woher wissen wir, was die Wahrheit einer Situation ist? Das fragt ihr zu Recht. Und genau hier kommt das Wissen dazu. Es gibt zu viele Wahrheiten, zu viele Halbwahrheiten. Bei quasi jeder Berichterstattung werden Dinge weggelassen oder hinzugefügt und zack hat man 100 verschiedene Meinungen die alle für sich behaupten im Recht zu sein. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Ich schmeiße mal Worte wie „Lügenpresse“ oder „Hetzkampagnen“ in den Raum.

Wisst ihr, was ich so oft denke? Wenn wir wirklich spirituell arbeiten, dann müssten wir doch ein inneres Wissen darüber haben, was die Wahrheit ist und was eine Lüge ist. Wenn wir zweifeln, müssen wir tiefer in uns gehen und daran arbeiten. Was ist mit Gerechtigkeit? Schaue ich mich um, entdecke ich nicht allzu viel Gerechtigkeit auf dieser Welt. Wir sollten klarstellen, dass auf jedem Weg den wir gehen, bei jedem Gedanken den wir denken, Gerechtigkeit gelebt wird. Und schon bin ich beim nächsten Wort. Schutz. Denn ist das, was wir eigentlich leben sollten, nicht wert, dass wir es beschützen? Mit unserem Handeln, Denken und Tun? Ich meine ja! Vielleicht wäre die Gefahr von „komischen Gedanken kontaminiert“ zu werden dann nicht mehr zu groß.

Wissen. Das Wissen ist etwas, was über Jahre hinweg in uns wächst. Viele von uns, die ganz tief in sich gehen, wissen, dass wir ein inneres Wissen – eine innere Stimme haben, die uns begleitet und als guter Ratgeber dienen kann. Damit meine ich das tiefe Wissen um Gerechtigkeit, Wahrheit und auch Liebe welches uns von Geburt an mitgegeben wurde.

Liebe. Liebe ist unendlich wichtig. Denn was in Liebe wächst, kann nicht schlecht sein.
Wenn wir jetzt alle 5 Wörter noch einmal aufreihen, egal in welcher Reihenfolge, dann ist es eine starke, heilende Aussage!

Die aufmerksamen Leser unter euch haben gemerkt, dass ich das Wort „Verständnis“ ausgelassen habe. Für mich kommen alle anderen Aspekte in dem Wort Verständnis zusammen. Denn nur wenn wir Liebe, Wissen, Wahrheit Gerechtigkeit VERSTEHEN wie sie in ihren Grundfesten gemeint sind, können wir so leben, wie die Druiden vor langer Zeit. Nämlich in Wissen, Gerechtigkeit, Wahrheit, Liebe und Verständnis für alles und jeden!
Wir sollten uns wieder mehr auf diese Werte konzentrieren. Heute, morgen und alle Zeit. Wir können die Heilung sein.

Imbolc ist das Fest der Heilung! Fangen wir jetzt damit an!


Deep peace to you!
Deep peace of the running waves to you!
Deep peace of the flowing air to you!
Deep peace of the quiet earth to you!
Deep peace of the shining stars to you!

(Irischer Imbolc Segen)

Freitag, 13. Januar 2017

Wassail - die alten Pfade gehen


Going old Ways… „Wassail“


Ohweh! Jetzt haben wir doch glatt alles verschlafen… Yule, das neue Jahr einfach alles. Es ist ja schon wieder mitten im Januar. Aber so ist das eben, wenn der alte Druide und seine Hexe sich zum Winterschlaf in ihren Traumreich- Wald zurückziehen. Aber macht euch keine Sorgen, uns geht es sehr gut. Wir genießen die Zeit in unserem dunklen Wald. Aber so dunkel ist er gar nicht mehr. Fällt euch auf, dass die Tage jetzt jeden Tag schon wieder länger werden? Seit der Wintersonnenwende ist die Helligkeit schon wieder 22 Minuten länger jeden Tag bei uns. So schnell geht das.

Nun, ihr habt mich wissen lassen, dass ihr traurig darüber seid, dass ich euch keine Geschichte zum neuen Jahr erzählt habe. Das tut mir von ganzem Herzen leid. Die alte Hexe hat einfach geschlafen. Aber ich habe heute etwas ganz schönes für euch. Denn natürlich kennen wir Hexen auch Feste, die fast vergessen sind und die nur noch von ganz wenigen Leuten gefeiert werden. Und genau so ein Fest wird bald gefeiert. Auch bei uns im Traumreich-Wald.

Wusstet ihr, dass die Druiden auch eine Art „Weihnachten“ feiern? Jetzt sagt ihr bestimmt, dass sie das doch bestimmt schon gefeiert haben,… aber das ist nicht richtig. Sie feiern es noch.
Um euch von diesem Fest zu erzählen, muss ich ein wenig ausholen.
Ich habe durch meine Eulen erfahren, dass letzte Woche wieder Sternsinger unterwegs waren. Ihr wisst schon. Kinder als die drei heiligen aus dem Morgenland verkleidet die euch gute Wünsche für das neue Jahr bringen und mit ihren Kürzeln eure Häuser segnen. Wusstet ihr denn, dass dieser Brauch gar kein Christlicher ist? Nein? Dann war meine Vermutung richtig und euch wird meine Geschichte (die eigentlich eine wahre Tatsache ist) gefallen. :)

Der Brauch ist viiiiel älter als das Christentum. Aber Häuser mit Kreide anzumalen, das kannten die Menschen damals noch nicht. Der Brauch hieß auch nicht immer Sternensingen, sondern „Wassail“. Es handelt sich hier um einen sehr alten überlieferten Brauch der Baum-Segnungen. Das Wort „Wassail“ kommt aus dem Alt Englischen für „waes hael“ was so viel bedeutet wie „bleib gesund“. Googelt ihr danach, werdet ihr schnell fündig, dass auch ein Getränk aus Cider so genannt wird. Und auch dieses Getränk spielt bei unserem Segen eine wichtige Rolle.
„Wassail“ wird traditionell in der „12. Nacht“ gefeiert. Viele feiern das Wassail daher schon am 6. Januar. Nach altem Kalender am 17. Januar. Es ist das erste keltische Fest im Jahr. Allerdings ein nur noch wenig bekanntes. Das muss man zugeben. Es ist die Zeit, wenn der an Mitwinter geborene Gott ein junger Mann wird und die Göttin wieder zum jungen Mädchen wird. Eine Zeit des Wachsens und Werdens. Eine Zeit, in der vieles erwacht und wieder in seine Kraft kommt. Auch die Natur.

Die Arbeit mit Bäumen und der Natur im allgemeinen war schon seit jeher wichtiges Augenmerk der Druiden. Und so kam es auch, dass die Druiden in der heiligen 12. Nacht in die Wälder und auf die Wiesen zogen und die Bäume sanft aufweckten und sie segneten. Gerade die Apfelbäume lagen hier in ihrem besonderen Augenmerk. So kommt es auch, dass noch heute vornehmend die „Orchards“ also die kleinen Ansammlungen von Obstbäumen gesegnet werden. Warum ausgerechnet die Apfelbäume? Das fragt ihr euch? Nun, die Antwort ist einfach. Neben der Eiche ist der Apfelbaum einer der wichtigsten und magischsten Bäume der Druiden. Wenn ihr mit offenen Augen durch die Natur geht, dann erkennt ihr sehr viele Misteln an den Apfelbäumen. Sie sind magische Bäume. Denkt mal an Merlins Insel oder Avalon. Beides sind „Apfelinseln“. Der Apfel ist Sinnbild für das Leben. Auch für unser eigenes. Die Bäume, die Lebensspender, gelten daher als Heilig.
Und so kommt es, dass die Druiden damals (wie heute) auszogen, und ihre Bäume besuchten. (kommen daher die Neujahrsbesuche die im Norden Deutschlands noch immer fester Brauch sind? Man besucht sich und wünscht sich alles Gute für das neue Jahr). Der älteste Baum wird aufgesucht und zum Hüter der anderen Apfelbäume ernannt. Er ist ab sofort der neue „Holy Tree“ im Orchard. Ihm werden Lieder gesungen und es wird um ihn herum getanzt.

Übrigens hat sich dieses Tanzen in den vielen Jahren sogar bei uns erhalten. Früher wurden den „Morris Dancern“ Schellen an die Füße gebunden und durch Rhythmisches Springen sollten sie die Bäume leichter aufwecken. Noch heute sieht man in der Fastnacht oft Maskenträger mit Schellen an den Beinen die den traditionellen Morisken-Tanz aufführen. Diese Morris Dancers waren ursprünglich diejenigen, die von Haus zu Haus zogen und Schabernack trieben um die bösen geister zu verjagen. Na gut- und um den ungeliebten Nachbarn einen Schrecken einzutreiben. Manche Stimmen sagen, dass die Krampusse auch aus diesem Brauch kommen. Denn die Morris Dancers sind oftmals Schwarz geschminkt und tragen Kostüme die weder Mensch noch Tier ähneln. Aber ich schweife ab. Vielleicht erzähle ich euch nächstes Mal noch mehr darüber.

In dieser Nacht- am 17. Januar gehen also die Druiden in die Wälder oder auf die Felder und wecken die Bäume sanft auf. (In Bayern machen die Bauern das übrigens an Lichtmess- Imbolc). Sie wünschen ihnen viel Kraft für eine gute Ernte und beten für sie. Bitten um Segen. Der letzte Apfel der letzten Ernte hängt dabei immer noch am Baum, denn es brachte Unglück diesen abzunehmen. Es war die erste Gabe und Rückzugsort für den neuen „Holy green Men“. Viele der Druiden bringen auch Cider in weißen Ahornschalen (den traditionellen Wassail-Bowls“) mit und gießen damit die Erde. Sie geben der Natur ein wenig davon zurück, was sie über den Winter gebracht hat. Sie teilen ihre Kraft mit Mutter Erde und machen sich so klar, dass nur eine gute Ernte auch Leben bringt. In so vielerlei Hinsicht.


Ich möchte euch heute den Text dieses Segens beibringen. Vielleicht habt ihr auch Lust auf alten Spuren zu gehen und am 17. Januar hinaus zu den Bäumen zu gehen um die Bäume sanft aufzuwecken und für sie Beten und um Segen bitten. Wenn ihr das ganze Ritual haben möchtet, dann schickt mir einfach eure Eule zu mir und ich werde es ihr gerne für euch mitgeben. (E-Mail).

„Liebe und Freude mögen zu euch kommen,
und auch zu eurer Segnung;
Und die Götter mögen euch segnen
und euch durch ein neues Jahr begleiten.

Guter Herr und gute Herrin,
während ihr am Feuer sitzt,
denkt bitte an eure Kinder- die Bäume
und an das, was sie hervorbringen.

Blessed be, Blessed be, Blessed be! „


Dieses Lied gibt es in verschiedenen Varianten. Ich habe hier das genommen, welches wir von unserem Druiden-Orden bekommen haben :)

Übrigens sagt man, dass die Druiden in dieser Nacht mit ihren Klingen der Sicheln gegen die noch übrigen Misteln geschlagen haben – ganz behutsam natürlich. Es soll dann ein Ton zu hören sein, der wahrlich magisch ist und euch in Trance bringen kann. :)

Wir wünschen euch eine magische „Wassail-Nacht“


Dienstag, 13. Dezember 2016

Engel – Phantasiewesen oder versteckte Botschafter?


Hoppla. Jetzt war meine Rabenfeder ganz schön eingestaubt. Viel zu lange war ich nicht mehr hier um euch eine Geschichte zu erzählen. Es gab sehr viel zu tun im Traumreichwald. Aber keine Sorge, vergessen haben wir euch nicht. Und natürlich habe ich – kurz vor Yule- auch wieder etwas spannendes zu erzählen für euch.
Viel gab es zu tun, ohja. Und ich war viel unterwegs. Als ich in den Geschäften unterwegs war, sind mir überall neben rot gekleideten Odins die hier jetzt mittlerweile Weihnachtsmänner genannt werden (was ist nur aus der guten alten Zeit geworden??) auch seine kleinen Helferlein aufgefallen. Nein- ich meine nicht die Weihnachtselfen- dass es die gibt weiß doch jedes Kind. Ich meine die kleinen Engel.
Typischer Weihnachtsengel
Diese kleinen wunderschön und friedlich schauenden Wesen im Weißen Kleid mit Lichterkranz auf dem Kopf. Als ich diese Wesen so ansah, erinnerte es mich sofort an den heutigen Tag. Heute ist der 13. Dezember. Der ganz alte Kalendarische Winterbeginn und der Luzientag/ Lucientag.
Was ist dieser Luzientag? Das wollt ihr wissen? Nun, fragt man die Weisen Gelehrten sagen sie einem folgendes: Lucia leitet sich ab vom lateinischen Wort Lux, das "Licht" bedeutet. Lucia ist also die "Lichtvolle". Die Heilige Lucia wurde 286 unserer Zeitrechnung in Sizilien geboren und starb 304 unserer Zeitrechnung als Märtyrerin. Besonders populär ist die Heilige Lucia in Italien und das bekannte Volkslied "Santa Lucia" ist ihr gewidmet. Ihr Festtag ist der 13. Dezember. Bis zur Gregorianischen Kalenderreform fiel ihr Festtag im übrigen auf die Wintersonnenwende, dem dunkelsten Tag des Jahres, den die Heilige Lucia mit ihrem Lichte erhellte. In Schweden wird die Luciennacht als Mittwinter gefeiert. Das älteste Mädchen einer Familie bekommt ein weißes Kleid und als Kopfschmuck einen Preißelbeerkranz. Sie weckt alle anderen und bringt das Frühstück ans Bett. Der Lucientag gehört zu den sogenannten Lostagen und ist mit den Wetterorakeln verbunden. Die Heilige Lucia gilt aber auch als Krankheitspatron.
Wie der Luzienkult aus Sizilien, nach Skandinavien gelangt ist, wissen die
Die Lucia
Gelehrten auch nicht genau. Aber jedenfalls scheint es ein willkommener Deckmantel für ältere, im dunklen Norden beheimatete Lichtfrauen zu sein. Denn soviel steht fest. An diesem Lucientag bringt Luzia das Licht zurück in die Welt.
Und schaut sie euch einmal genauer an. Sieht sie nicht aus, wie die typischen Engels-Darstellungen? Die Mädchen mit weißem Kleid, Goldenem Lichtkranz auf dem Kopf... manchmal auch mit Kerze in der Hand... Sind sie Engel oder kleine Luzia Abbildungen?
Sind die Engel eigentlich somit vielleicht gar keine Engelchen sondern eigentlich kleine Heidnische Überbringer der Wintersonnenwende? Als Erinnerung an eine längst vergessene Zeit...Und wer ist das Christkind? Ist es die kleine Lucia die das den Menschen das Licht wieder schenkt? Wir werden es wohl nie zu 100% erfahren.
Engel oder Lucia? Man weiß es nicht

Und ich glaube, das ist auch gar nicht wichtig. Das wichtigste ist, dass heute in Skandinavien wieder viele Gottesdienste gefeiert werden, in denen junge Mädchen feierlich das Licht zurück in die Gemeinden und somit auch in die Welt bringen. Die Welt feiert den Winterbeginn und die Rückkehr des Lichts nach altem Brauch. Und das hat sich auf viele verschiedene Arten und Weisen durch all die neuen Zeiten gerettet. Wunderschön, findet ihr nicht? 

So meine Lieben, jetzt habt ihr wieder etwas zum Nachdenken für euren langen Rückweg durch unseren Traumreichwald. Wir wünschen euch noch eine schöne Rest-Yule-Zeit und ganz egal wie ihr es feiert - eine schöne Weihnachtszeit, ein friedliches Yule oder einfach eine wunderschöne und friedliche Zeit im Kreise eurer Familie. 

Blessed be!!

 

Sonntag, 30. Oktober 2016

Samhain 2016 - Was wäre wenn...

Vergänglichkeit im Herbst


Als ich gestern spazieren ging, überkam mich beim Anblick der vielen jetzt ausgeblühten und sterbenden Blumen, Pflanzen und Bäume ein Gedanke.
Was wäre wenn,...
Der Auslöser war ein ganz einfacher: Ich sah einen Komposthaufen voller abgeschnittener Schnittblumen. Und ich dachte bei mir, dass die Vergänglichkeit der Pflanzen in diesem Fall bedeutet, dass sie irgendwann die Erde düngen werden - als Kompost.
Meine Gedanken gingen weiter. Die Blumen die im Sommer so schön geblüht haben und uns Sauerstoff geschenkt haben. Sie bereichern unsere Welt jedes Jahr aufs Neue. Doch ist das wirklich so?
Kann es nicht vielmehr so sein, dass wir den Blumen und Pflanzen unterliegen? Dass eigentlich sie es sind, die uns meilenweit voraus sind?
Die Blumen und Pflanzen und Bäume produzieren für uns Sauerstoff, sie sollen uns erfreuen und sie düngen unsere Erde - so lernen wir es... aber ist das wirklich so?
Ist es nicht vielmehr so, dass wir ihren Sauerstoff "klauen" und am Ende sind doch wir es, die die Pflanzen düngen... wenn wir nach unserem Ableben in die Erde kommen und selbst zu "Dung" werden...
Die Pflanzen kommen nach dem Winter wieder, wachsen wieder... und was bleibt von uns übrig, wenn wir sterben?
Was wäre, wenn wir einzig und allein für die Pflanzen und Bäume da wären und nicht um unseres Willen? Was wäre wenn das unser Zweck im Leben wäre...

In diesem Sinne wünsche ich euch ein nachdenkliches Samhain 

Dienstag, 18. Oktober 2016

Samhain 2016 : „Wenn die Wurzeln tief sind, braucht man den Wind nicht zu fürchten“


Riecht ihr das? Herbst ist es nun. Im Wald riecht man nun deutlich den Pilzigen Erdboden und den leichten Moder-Geruch des welkenden Laubes. Die Tiere ziehen sich müde in ihre Höhlen zurück und von der Hektik der Erntezeit ist nicht mehr viel zu spüren. Still wird es. Ruhig wird es. Mutter Natur zieht sich zurück.
Und auch wir machen es wie sie. Wir gehen in die Häuser, entzünden ein Feuer im Ofen und genießen den Anblick und die wohlige Wärme mit einer schönen heißen Tasse Kräutertee. Ich liebe diese Jahreszeit, ihr nicht auch?
Gestern Abend – als wir so gemütlich beisammen saßen und uns unterhielten, hörte ich ein Geräusch, welches ich schon lange vermisst hatte. Der Wind heulte.
Erst ganz zaghaft und dann immer stärker und mit brausen meldete er seine Rückkehr an. Die Zeit der Herbst-Stürme beginnt. Für mich als Fischköpfin immer eine der schönsten Zeiten :) Aber ich weiß von Freunden und Bekannten, dass sie oftmals auch Angst vor dem Wind und seinen unberechenbaren Stürmen haben.
Und als ich also gestern dem Wind lauschte, kam mir ein Satz in dem Kopf, den ich auf einer Postkarte fand. Ein Chinesisches Sprichwort:

„Wenn die Wurzeln tief sind, braucht man den Wind nicht zu fürchten“

Ein Satz, über den ich zu erst richtig nachdenken musste. Geht es euch auch so? Als erstes kam mir die Frage nach meinen eigenen Wurzeln in den Sinn. WAS sind eigentlich meine Wurzeln? Was hält mich und lässt mich wachsen? Was gibt mir Kraft? Was verwurzelt mich in meinem Leben?
Ich sah mir dann ein Bild von einem Baum mit Wurzeln an und sah, dass es nicht nur eine Wurzel gibt, sondern viele Wurzeln. Kleine und Große, dicke wie dünne. Ich sah mir die Wurzeln an und versuchte, meine Wurzeln zu benennen, ihnen Namen zu geben. Ihr solltet es versuchen, ihr werdet staunen, was dabei herauskommt.
Nehmt euch hierzu ein Blatt und malt ihn auf, euren ganz eigenen Baum. Und dann gebt ihm Wurzeln und schaut sie euch an, gebt den Wurzeln Namen.
Wie tief müssen die Wurzeln eines Baumes gehen, damit er Standfest bleibt?

Jetzt sagen mit Sicherheit einige, dass sie keine Wurzeln haben, dass ihre Familie quasi nicht mehr existiert und sie die Ahnen gar nicht gekannt haben. Das macht nichts. Denn dann schaut einfach, was euch momentan Kraft gibt und euch Wachsen lässt. Welche Menschen euch verwurzeln, oder welche Eigenschaften oder Kraft-Attribute. Vielleicht möchtet ihr auch an Samhain euch an einen ganz speziellen Ahnen erinnern, ihn wieder in euer Leben holen? Etwas über ihn erforschen und euch so mit ihm verbinden?
Wenn ihr fertig seid, dann schaut auf euer Werk und stellt euch vor, dass ein Herbstwind kommt und euch umwehen will. Könnte er euch etwas anhaben? Wenn ja, woran liegt es? Wo braucht ihr mehr Wurzeln?
Marcels Wurzelvision
 - versucht es- malt euren eigenen Baum
mit euren eigenen Wurzeln
Die dunkle Jahreszeit kommt und es ist wichtig zu sehen, ob ihr stark genug seid durch diese Zeit zu gehen, ohne Verletzungen zu erleiden. Depressiv zu werden etc.
Es ist nie zu spät sich neue Wurzeln zu erschaffen. Egal ob durch Rituale oder Erlebtes, durch Erinnerung oder andere Menschen.
Die Norddeutschen leben mit dem Wind schon seit Jahrtausenden. Und sie vertrauen auf ihre Wurzeln und darauf, dass das Haus auf einem guten Fundament gebaut ist – bzw gut verwurzelt ist.
Natürlich haben wir auch Angst wenn es stürmt. Wobei ich das Wort Angst nicht mag. Es ist eher Respekt vor den Naturgewalten. Und den sollte man immer haben!
Die dunkle Jahreszeit beginnt jetzt. Die Winde heulen über das Land und treiben uns in die Häuser. Sie treiben uns zurück in uns selbst. Sie zwingen uns auf eine Liebevolle Weise in uns zu gehen und zu reflektieren, und um an uns zu arbeiten.

Habt Vertrauen zu euch und euren Wurzeln! Dann braucht ihr den Wind nicht zu fürchten!

Blessed Samhain!