Waldgeflüster

Freitag, 13. Januar 2017

Wassail - die alten Pfade gehen


Going old Ways… „Wassail“


Ohweh! Jetzt haben wir doch glatt alles verschlafen… Yule, das neue Jahr einfach alles. Es ist ja schon wieder mitten im Januar. Aber so ist das eben, wenn der alte Druide und seine Hexe sich zum Winterschlaf in ihren Traumreich- Wald zurückziehen. Aber macht euch keine Sorgen, uns geht es sehr gut. Wir genießen die Zeit in unserem dunklen Wald. Aber so dunkel ist er gar nicht mehr. Fällt euch auf, dass die Tage jetzt jeden Tag schon wieder länger werden? Seit der Wintersonnenwende ist die Helligkeit schon wieder 22 Minuten länger jeden Tag bei uns. So schnell geht das.

Nun, ihr habt mich wissen lassen, dass ihr traurig darüber seid, dass ich euch keine Geschichte zum neuen Jahr erzählt habe. Das tut mir von ganzem Herzen leid. Die alte Hexe hat einfach geschlafen. Aber ich habe heute etwas ganz schönes für euch. Denn natürlich kennen wir Hexen auch Feste, die fast vergessen sind und die nur noch von ganz wenigen Leuten gefeiert werden. Und genau so ein Fest wird bald gefeiert. Auch bei uns im Traumreich-Wald.

Wusstet ihr, dass die Druiden auch eine Art „Weihnachten“ feiern? Jetzt sagt ihr bestimmt, dass sie das doch bestimmt schon gefeiert haben,… aber das ist nicht richtig. Sie feiern es noch.
Um euch von diesem Fest zu erzählen, muss ich ein wenig ausholen.
Ich habe durch meine Eulen erfahren, dass letzte Woche wieder Sternsinger unterwegs waren. Ihr wisst schon. Kinder als die drei heiligen aus dem Morgenland verkleidet die euch gute Wünsche für das neue Jahr bringen und mit ihren Kürzeln eure Häuser segnen. Wusstet ihr denn, dass dieser Brauch gar kein Christlicher ist? Nein? Dann war meine Vermutung richtig und euch wird meine Geschichte (die eigentlich eine wahre Tatsache ist) gefallen. :)

Der Brauch ist viiiiel älter als das Christentum. Aber Häuser mit Kreide anzumalen, das kannten die Menschen damals noch nicht. Der Brauch hieß auch nicht immer Sternensingen, sondern „Wassail“. Es handelt sich hier um einen sehr alten überlieferten Brauch der Baum-Segnungen. Das Wort „Wassail“ kommt aus dem Alt Englischen für „waes hael“ was so viel bedeutet wie „bleib gesund“. Googelt ihr danach, werdet ihr schnell fündig, dass auch ein Getränk aus Cider so genannt wird. Und auch dieses Getränk spielt bei unserem Segen eine wichtige Rolle.
„Wassail“ wird traditionell in der „12. Nacht“ gefeiert. Viele feiern das Wassail daher schon am 6. Januar. Nach altem Kalender am 17. Januar. Es ist das erste keltische Fest im Jahr. Allerdings ein nur noch wenig bekanntes. Das muss man zugeben. Es ist die Zeit, wenn der an Mitwinter geborene Gott ein junger Mann wird und die Göttin wieder zum jungen Mädchen wird. Eine Zeit des Wachsens und Werdens. Eine Zeit, in der vieles erwacht und wieder in seine Kraft kommt. Auch die Natur.

Die Arbeit mit Bäumen und der Natur im allgemeinen war schon seit jeher wichtiges Augenmerk der Druiden. Und so kam es auch, dass die Druiden in der heiligen 12. Nacht in die Wälder und auf die Wiesen zogen und die Bäume sanft aufweckten und sie segneten. Gerade die Apfelbäume lagen hier in ihrem besonderen Augenmerk. So kommt es auch, dass noch heute vornehmend die „Orchards“ also die kleinen Ansammlungen von Obstbäumen gesegnet werden. Warum ausgerechnet die Apfelbäume? Das fragt ihr euch? Nun, die Antwort ist einfach. Neben der Eiche ist der Apfelbaum einer der wichtigsten und magischsten Bäume der Druiden. Wenn ihr mit offenen Augen durch die Natur geht, dann erkennt ihr sehr viele Misteln an den Apfelbäumen. Sie sind magische Bäume. Denkt mal an Merlins Insel oder Avalon. Beides sind „Apfelinseln“. Der Apfel ist Sinnbild für das Leben. Auch für unser eigenes. Die Bäume, die Lebensspender, gelten daher als Heilig.
Und so kommt es, dass die Druiden damals (wie heute) auszogen, und ihre Bäume besuchten. (kommen daher die Neujahrsbesuche die im Norden Deutschlands noch immer fester Brauch sind? Man besucht sich und wünscht sich alles Gute für das neue Jahr). Der älteste Baum wird aufgesucht und zum Hüter der anderen Apfelbäume ernannt. Er ist ab sofort der neue „Holy Tree“ im Orchard. Ihm werden Lieder gesungen und es wird um ihn herum getanzt.

Übrigens hat sich dieses Tanzen in den vielen Jahren sogar bei uns erhalten. Früher wurden den „Morris Dancern“ Schellen an die Füße gebunden und durch Rhythmisches Springen sollten sie die Bäume leichter aufwecken. Noch heute sieht man in der Fastnacht oft Maskenträger mit Schellen an den Beinen die den traditionellen Morisken-Tanz aufführen. Diese Morris Dancers waren ursprünglich diejenigen, die von Haus zu Haus zogen und Schabernack trieben um die bösen geister zu verjagen. Na gut- und um den ungeliebten Nachbarn einen Schrecken einzutreiben. Manche Stimmen sagen, dass die Krampusse auch aus diesem Brauch kommen. Denn die Morris Dancers sind oftmals Schwarz geschminkt und tragen Kostüme die weder Mensch noch Tier ähneln. Aber ich schweife ab. Vielleicht erzähle ich euch nächstes Mal noch mehr darüber.

In dieser Nacht- am 17. Januar gehen also die Druiden in die Wälder oder auf die Felder und wecken die Bäume sanft auf. (In Bayern machen die Bauern das übrigens an Lichtmess- Imbolc). Sie wünschen ihnen viel Kraft für eine gute Ernte und beten für sie. Bitten um Segen. Der letzte Apfel der letzten Ernte hängt dabei immer noch am Baum, denn es brachte Unglück diesen abzunehmen. Es war die erste Gabe und Rückzugsort für den neuen „Holy green Men“. Viele der Druiden bringen auch Cider in weißen Ahornschalen (den traditionellen Wassail-Bowls“) mit und gießen damit die Erde. Sie geben der Natur ein wenig davon zurück, was sie über den Winter gebracht hat. Sie teilen ihre Kraft mit Mutter Erde und machen sich so klar, dass nur eine gute Ernte auch Leben bringt. In so vielerlei Hinsicht.


Ich möchte euch heute den Text dieses Segens beibringen. Vielleicht habt ihr auch Lust auf alten Spuren zu gehen und am 17. Januar hinaus zu den Bäumen zu gehen um die Bäume sanft aufzuwecken und für sie Beten und um Segen bitten. Wenn ihr das ganze Ritual haben möchtet, dann schickt mir einfach eure Eule zu mir und ich werde es ihr gerne für euch mitgeben. (E-Mail).

„Liebe und Freude mögen zu euch kommen,
und auch zu eurer Segnung;
Und die Götter mögen euch segnen
und euch durch ein neues Jahr begleiten.

Guter Herr und gute Herrin,
während ihr am Feuer sitzt,
denkt bitte an eure Kinder- die Bäume
und an das, was sie hervorbringen.

Blessed be, Blessed be, Blessed be! „


Dieses Lied gibt es in verschiedenen Varianten. Ich habe hier das genommen, welches wir von unserem Druiden-Orden bekommen haben :)

Übrigens sagt man, dass die Druiden in dieser Nacht mit ihren Klingen der Sicheln gegen die noch übrigen Misteln geschlagen haben – ganz behutsam natürlich. Es soll dann ein Ton zu hören sein, der wahrlich magisch ist und euch in Trance bringen kann. :)

Wir wünschen euch eine magische „Wassail-Nacht“


Dienstag, 13. Dezember 2016

Engel – Phantasiewesen oder versteckte Botschafter?


Hoppla. Jetzt war meine Rabenfeder ganz schön eingestaubt. Viel zu lange war ich nicht mehr hier um euch eine Geschichte zu erzählen. Es gab sehr viel zu tun im Traumreichwald. Aber keine Sorge, vergessen haben wir euch nicht. Und natürlich habe ich – kurz vor Yule- auch wieder etwas spannendes zu erzählen für euch.
Viel gab es zu tun, ohja. Und ich war viel unterwegs. Als ich in den Geschäften unterwegs war, sind mir überall neben rot gekleideten Odins die hier jetzt mittlerweile Weihnachtsmänner genannt werden (was ist nur aus der guten alten Zeit geworden??) auch seine kleinen Helferlein aufgefallen. Nein- ich meine nicht die Weihnachtselfen- dass es die gibt weiß doch jedes Kind. Ich meine die kleinen Engel.
Typischer Weihnachtsengel
Diese kleinen wunderschön und friedlich schauenden Wesen im Weißen Kleid mit Lichterkranz auf dem Kopf. Als ich diese Wesen so ansah, erinnerte es mich sofort an den heutigen Tag. Heute ist der 13. Dezember. Der ganz alte Kalendarische Winterbeginn und der Luzientag/ Lucientag.
Was ist dieser Luzientag? Das wollt ihr wissen? Nun, fragt man die Weisen Gelehrten sagen sie einem folgendes: Lucia leitet sich ab vom lateinischen Wort Lux, das "Licht" bedeutet. Lucia ist also die "Lichtvolle". Die Heilige Lucia wurde 286 unserer Zeitrechnung in Sizilien geboren und starb 304 unserer Zeitrechnung als Märtyrerin. Besonders populär ist die Heilige Lucia in Italien und das bekannte Volkslied "Santa Lucia" ist ihr gewidmet. Ihr Festtag ist der 13. Dezember. Bis zur Gregorianischen Kalenderreform fiel ihr Festtag im übrigen auf die Wintersonnenwende, dem dunkelsten Tag des Jahres, den die Heilige Lucia mit ihrem Lichte erhellte. In Schweden wird die Luciennacht als Mittwinter gefeiert. Das älteste Mädchen einer Familie bekommt ein weißes Kleid und als Kopfschmuck einen Preißelbeerkranz. Sie weckt alle anderen und bringt das Frühstück ans Bett. Der Lucientag gehört zu den sogenannten Lostagen und ist mit den Wetterorakeln verbunden. Die Heilige Lucia gilt aber auch als Krankheitspatron.
Wie der Luzienkult aus Sizilien, nach Skandinavien gelangt ist, wissen die
Die Lucia
Gelehrten auch nicht genau. Aber jedenfalls scheint es ein willkommener Deckmantel für ältere, im dunklen Norden beheimatete Lichtfrauen zu sein. Denn soviel steht fest. An diesem Lucientag bringt Luzia das Licht zurück in die Welt.
Und schaut sie euch einmal genauer an. Sieht sie nicht aus, wie die typischen Engels-Darstellungen? Die Mädchen mit weißem Kleid, Goldenem Lichtkranz auf dem Kopf... manchmal auch mit Kerze in der Hand... Sind sie Engel oder kleine Luzia Abbildungen?
Sind die Engel eigentlich somit vielleicht gar keine Engelchen sondern eigentlich kleine Heidnische Überbringer der Wintersonnenwende? Als Erinnerung an eine längst vergessene Zeit...Und wer ist das Christkind? Ist es die kleine Lucia die das den Menschen das Licht wieder schenkt? Wir werden es wohl nie zu 100% erfahren.
Engel oder Lucia? Man weiß es nicht

Und ich glaube, das ist auch gar nicht wichtig. Das wichtigste ist, dass heute in Skandinavien wieder viele Gottesdienste gefeiert werden, in denen junge Mädchen feierlich das Licht zurück in die Gemeinden und somit auch in die Welt bringen. Die Welt feiert den Winterbeginn und die Rückkehr des Lichts nach altem Brauch. Und das hat sich auf viele verschiedene Arten und Weisen durch all die neuen Zeiten gerettet. Wunderschön, findet ihr nicht? 

So meine Lieben, jetzt habt ihr wieder etwas zum Nachdenken für euren langen Rückweg durch unseren Traumreichwald. Wir wünschen euch noch eine schöne Rest-Yule-Zeit und ganz egal wie ihr es feiert - eine schöne Weihnachtszeit, ein friedliches Yule oder einfach eine wunderschöne und friedliche Zeit im Kreise eurer Familie. 

Blessed be!!

 

Sonntag, 30. Oktober 2016

Samhain 2016 - Was wäre wenn...

Vergänglichkeit im Herbst


Als ich gestern spazieren ging, überkam mich beim Anblick der vielen jetzt ausgeblühten und sterbenden Blumen, Pflanzen und Bäume ein Gedanke.
Was wäre wenn,...
Der Auslöser war ein ganz einfacher: Ich sah einen Komposthaufen voller abgeschnittener Schnittblumen. Und ich dachte bei mir, dass die Vergänglichkeit der Pflanzen in diesem Fall bedeutet, dass sie irgendwann die Erde düngen werden - als Kompost.
Meine Gedanken gingen weiter. Die Blumen die im Sommer so schön geblüht haben und uns Sauerstoff geschenkt haben. Sie bereichern unsere Welt jedes Jahr aufs Neue. Doch ist das wirklich so?
Kann es nicht vielmehr so sein, dass wir den Blumen und Pflanzen unterliegen? Dass eigentlich sie es sind, die uns meilenweit voraus sind?
Die Blumen und Pflanzen und Bäume produzieren für uns Sauerstoff, sie sollen uns erfreuen und sie düngen unsere Erde - so lernen wir es... aber ist das wirklich so?
Ist es nicht vielmehr so, dass wir ihren Sauerstoff "klauen" und am Ende sind doch wir es, die die Pflanzen düngen... wenn wir nach unserem Ableben in die Erde kommen und selbst zu "Dung" werden...
Die Pflanzen kommen nach dem Winter wieder, wachsen wieder... und was bleibt von uns übrig, wenn wir sterben?
Was wäre, wenn wir einzig und allein für die Pflanzen und Bäume da wären und nicht um unseres Willen? Was wäre wenn das unser Zweck im Leben wäre...

In diesem Sinne wünsche ich euch ein nachdenkliches Samhain 

Dienstag, 18. Oktober 2016

Samhain 2016 : „Wenn die Wurzeln tief sind, braucht man den Wind nicht zu fürchten“


Riecht ihr das? Herbst ist es nun. Im Wald riecht man nun deutlich den Pilzigen Erdboden und den leichten Moder-Geruch des welkenden Laubes. Die Tiere ziehen sich müde in ihre Höhlen zurück und von der Hektik der Erntezeit ist nicht mehr viel zu spüren. Still wird es. Ruhig wird es. Mutter Natur zieht sich zurück.
Und auch wir machen es wie sie. Wir gehen in die Häuser, entzünden ein Feuer im Ofen und genießen den Anblick und die wohlige Wärme mit einer schönen heißen Tasse Kräutertee. Ich liebe diese Jahreszeit, ihr nicht auch?
Gestern Abend – als wir so gemütlich beisammen saßen und uns unterhielten, hörte ich ein Geräusch, welches ich schon lange vermisst hatte. Der Wind heulte.
Erst ganz zaghaft und dann immer stärker und mit brausen meldete er seine Rückkehr an. Die Zeit der Herbst-Stürme beginnt. Für mich als Fischköpfin immer eine der schönsten Zeiten :) Aber ich weiß von Freunden und Bekannten, dass sie oftmals auch Angst vor dem Wind und seinen unberechenbaren Stürmen haben.
Und als ich also gestern dem Wind lauschte, kam mir ein Satz in dem Kopf, den ich auf einer Postkarte fand. Ein Chinesisches Sprichwort:

„Wenn die Wurzeln tief sind, braucht man den Wind nicht zu fürchten“

Ein Satz, über den ich zu erst richtig nachdenken musste. Geht es euch auch so? Als erstes kam mir die Frage nach meinen eigenen Wurzeln in den Sinn. WAS sind eigentlich meine Wurzeln? Was hält mich und lässt mich wachsen? Was gibt mir Kraft? Was verwurzelt mich in meinem Leben?
Ich sah mir dann ein Bild von einem Baum mit Wurzeln an und sah, dass es nicht nur eine Wurzel gibt, sondern viele Wurzeln. Kleine und Große, dicke wie dünne. Ich sah mir die Wurzeln an und versuchte, meine Wurzeln zu benennen, ihnen Namen zu geben. Ihr solltet es versuchen, ihr werdet staunen, was dabei herauskommt.
Nehmt euch hierzu ein Blatt und malt ihn auf, euren ganz eigenen Baum. Und dann gebt ihm Wurzeln und schaut sie euch an, gebt den Wurzeln Namen.
Wie tief müssen die Wurzeln eines Baumes gehen, damit er Standfest bleibt?

Jetzt sagen mit Sicherheit einige, dass sie keine Wurzeln haben, dass ihre Familie quasi nicht mehr existiert und sie die Ahnen gar nicht gekannt haben. Das macht nichts. Denn dann schaut einfach, was euch momentan Kraft gibt und euch Wachsen lässt. Welche Menschen euch verwurzeln, oder welche Eigenschaften oder Kraft-Attribute. Vielleicht möchtet ihr auch an Samhain euch an einen ganz speziellen Ahnen erinnern, ihn wieder in euer Leben holen? Etwas über ihn erforschen und euch so mit ihm verbinden?
Wenn ihr fertig seid, dann schaut auf euer Werk und stellt euch vor, dass ein Herbstwind kommt und euch umwehen will. Könnte er euch etwas anhaben? Wenn ja, woran liegt es? Wo braucht ihr mehr Wurzeln?
Marcels Wurzelvision
 - versucht es- malt euren eigenen Baum
mit euren eigenen Wurzeln
Die dunkle Jahreszeit kommt und es ist wichtig zu sehen, ob ihr stark genug seid durch diese Zeit zu gehen, ohne Verletzungen zu erleiden. Depressiv zu werden etc.
Es ist nie zu spät sich neue Wurzeln zu erschaffen. Egal ob durch Rituale oder Erlebtes, durch Erinnerung oder andere Menschen.
Die Norddeutschen leben mit dem Wind schon seit Jahrtausenden. Und sie vertrauen auf ihre Wurzeln und darauf, dass das Haus auf einem guten Fundament gebaut ist – bzw gut verwurzelt ist.
Natürlich haben wir auch Angst wenn es stürmt. Wobei ich das Wort Angst nicht mag. Es ist eher Respekt vor den Naturgewalten. Und den sollte man immer haben!
Die dunkle Jahreszeit beginnt jetzt. Die Winde heulen über das Land und treiben uns in die Häuser. Sie treiben uns zurück in uns selbst. Sie zwingen uns auf eine Liebevolle Weise in uns zu gehen und zu reflektieren, und um an uns zu arbeiten.

Habt Vertrauen zu euch und euren Wurzeln! Dann braucht ihr den Wind nicht zu fürchten!

Blessed Samhain! 


Samstag, 15. Oktober 2016

Tabak trinken, Rosen rauchen? Die Kräuterzubereitung


Wie kurios! Neulich stieß ich auf eine Verlautbarung aus dem Jahre 1652 in der es in Ulm offiziell verboten wurde, Tabak zu trinken oder zu rauchen. Die Diskussion ums Rauchen und dessen "Unangebrachtheit" gibt es also schon etwas länger. Aber Tabak trinken ?!


"Es soll durchgehends aller Tabak und Fruchtbrandwein, und insonderheit das Tabaktrinken, als ein, sowol der Gesundheit halben, als wegen der Feuers-Gefahr, und sonsten in viel Weg hochschändliches Wesen, gänzlichen abgeschaffet, und deswegen den Krämern und Kaufleuten, keinen Tabak mehr zu verkaufen, bei gewisser Strafe gebotten, auch, da ein oder anderer, so Tabak trinket, betretten wird, alsogleich um einen Reichstaler bestrafet, und von ihm, wo er solchen gekauft, erkundiget, darauf dem Krämer oder Kaufmann der Tabak nicht allein confiscieret, sondern zugleich auch eine gewisse Geldstrafe von ihm eingezogen werden; darneben denen Apothekern gleichfalls, bei Vermeidung der Straf zu gebieten, daß sie niemanden, als etwann auf Einrathen der Medicorum, zu Gebrauch der Arzney, keinen Tabak verkaufen, oder zukommen lassen sollen."


Wenn ich mein Frauchen richtig verstanden habe könnte es sich bei dem Tabak-Getränk um
eine Tinktur gehandelt haben. Z.B. in Whiskey gelöster (Kau-)Tabak, der lecker schmecken dürfte und die Konsumenten so "betretten" macht... heutzutage würde man wohl "breit"sagen.

Bei dieser Gelegenheit mußte ich mir gleich Gedanken darüber machen, auf welche Weise man Kräuter ganz allgemein zubereiten und verabreichen kann. Und habe das Ganze in ein kleines Schaubild gepackt. Vielleicht ist das ja für jemanden da draußen von Interesse... ?

Hier das Schaubild als PDF-Dokument zum Ausdrucken und als Schmuck für die leere weiße Zimmerwand.
Und hier das Schaubild als Pixelgrafik damit Ihr entscheiden könnt, ob Ihr das PDF haben möchtet:


Falls Ihr Euch fragt, was Mazerat, Dekokt, Infus, Tinktur usw. bedeutet habe ich auf Seite 2 des PDFs eine Tabelle gebaut, die alle Zubereitungsarten erklärt. Mit herzlichem Dank an wikipedia für die kurzen Erklärungen ;-)


Und um letztlich auch auf den zweiten Teil der Titelzeile einzugehen: ja, Rosen kann man rauchen, auch wenn ich das Thema in den Titel nur wegen der ansprechenden Alliteration aufnahm. Einen angenehm duftenden Rosentabak für die Wasserpfeife kann ich absolut empfehlen !

Gehabt Euch wohl,

Euer ilfur




Samstag, 24. September 2016

Mabon Ritual 2016 bei den Externsteinen

Am 24.09.2016 sind wir der Einladung der "Großmütter der Externsteine" gefolgt und nahmen an einem einmalig schönen, sehr emotionalem Mabon Ritual teil. Für uns war es eine Ehre, dass wir Teil dieses Rituales sein durften und sogar Teil davon waren in dem wir unser Mabon Gedicht vortrugen.

Wir möchten gar nicht so viel erzählen, sondern lieber Bilder sprechen lassen :)























Von Herzen Danke an die "Großmütter der Externsteine" für die Einladung. Wir kommen gerne wieder <3 p="">

Mittwoch, 14. September 2016

Lustiges aus dem Hexenwald

Frau: "Ich habe Rückenschmerzen"

Mann: "Ein Hexenschuss kann es schon mal nicht sein!"

Frau: "Wieso?!"

Mann: "Die schießen nicht auf ihre eigenen Leute"


Ahhhhhh wieder was gelernt :D

Dienstag, 13. September 2016

Mabon 2016 - Das Leben ist wie eine Ballonfahrt



Liebe Besucher unseres Traumreich-Waldes,

Mabon 2015- der Entschluss
Mabon steht vor der Tür. Das Fest der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Es ist eines der 4 Sonnenfeste in unserem Jahreskreis. Im Jahresrad liegt es genau gegenüber des Frühlingsanfangs.
Am 22. September ist es soweit. Wir werden uns zu einem Ritual an die Externsteine begeben und euch natürlich später davon erzählen.

Wenn man den Jahreskreis auf den Tag überträgt, dann entspricht dieses Fest dem
Sonnenuntergang. Direkt zwischen Abendrot und Dämmerung. Nicht richtig Tag und nicht richtig Nacht. Und ich weiß nicht, wie es euch geht, aber auch ich spüre mich zur Zeit wie auf einer Schwelle. Es ist nicht mehr richtig Sommer aber auch noch nicht richtig Herbst. Mein Körper möchte gerne den Herbst spüren… ab und zu gelingt es ihm auch… und dann kommt wieder eine Hitze-Periode und er ist wieder durcheinander. Dafür ist diese Zeit übrigens bekannt. Für besondere Gefühlszustände.
Als ich die letzten Abende draußen auf meiner Wiese darüber Philospierte, was ich an Mabon feiern möchte, kamen mir viele Gedanken in den Kopf. Aber ein Thema kam immer wieder und manifestierte sich. Es geht darum, dass wir uns jetzt schon überlegen, was wir mit in den Winter nehmen möchten und was wir hinter uns lassen. Ein Thema, welches wir euch ja schon oft vorgestellt haben, welches ich aber heute einmal anders angehen möchte. Ich möchte euch zeigen, dass der Jahreskreis uns auch als Helfer dienen kann... uns in jeder Lebenslage unterstützen kann,... und es auch macht. 

Und ich habe mich entschieden, dafür sehr persönlich zu werden.

Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche -
der Cut! 
Ihr kennt mich ja schon viele Jahre. Natürlich ist euch nicht entgangen, dass ich immer eine sehr wohlgenährte Hexe war. Glücklich – keine Frage, aber eben auch stark übergewichtig. Schuldige dafür gibt es genug. Meine Schilddrüse die einfach nicht so arbeitet wie sie sollte, meine Kindheit in der ich lernte immer alles in mich hineinzufressen und natürlich auch ich selbst. Denn mir war mein Gewicht irgendwann egal und als Genussmensch war ich dem Essen nie abgeneigt.

Letztes Jahr zur Tag und Nachtgleiche entschied ich mich zum ersten Mal, dass ich daran etwas ändern wollte. Ein halbes Jahr Kampf war nötig damit ich an der Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche meine Operation zur Schlauchi-Trägerin bekam. Wie? Ihr möchtet wissen, was das ist? Ein Schlauchi? Das ist ein Schlauchmagen. Mein Magen wurde entfernt. Bis auf 120 ml Restvolumen ist er weg. Ein sehr krasser und nicht mehr Rückgängig zu machender Schritt.

In diesem halben Jahr des Kampfes habe ich mich gesammelt, sehr viel reflektiert und mir Gedanken darüber gemacht. Begleitet von der dunklen Jahreszeit waren auch meine Gedanken ab und zu sehr dunkel. Ich fragte mich, was denn der Magen dafür könne, dass es in meinem Leben falsche Impulse gab. In einer Schmanischen Reise fragte ich meinen Magen, ob er dieses Opfer für mich bringen möchte und er stimmte zu. Ich packte alles in Sinnbildliche Pakete und packte sie in meinen Magen- damit alles was ich an Seelischem Ballast mit mir herumgetragen habe, mit der OP entfernt werden könne. Wie gesagt- es war ein sehr harter, schwieriger Weg. Auch noch 5 Minuten vor der OP war ich kurz davor aufzustehen und einfach zu gehen. Aber ich zog es durch.

Und der Jahreskreis begleitete mich. Die Operation war Ende Februar. Mit der Fühlings-Tag-und-Nachtgleiche kam die Sonne zurück und gab Kraft und Stärke. Das Ostara Wasser gab mir Heilung. An Beltaine spürte ich eine noch nie so stark dagewesene Selbstliebe zu meinem Körper. Natürlich war ich auch im Vorfeld schon sehr Selbstbewusst und liebte meinen Körper. Aber diese „Notsituation“ der Operation hat uns noch einmal so richtig zusammengeschweißt. Ich liebe mich! Ja! An Litha mit der Zeit des Wassers, fing ich an mich auch emotional
Ostara, die heilende Kraft des Labyrinthes
zu reinigen und alles negative mit dem Wasser gehen zu lassen. An Lughnasadh fuhr ich die ersten Ernten ein. Natürlich habe ich mich bis zu diesem Zeitpunkt äußerlich schon verändert, aber das empfand ich nur nebenbei als Ernte…. Denn mein Kopf sah mich immer noch so, wie vor der Operation. An Lughnasadh entstand in mir zum ersten Mal das Gefühl, dass ich wieder die Alte bin. Wie vor der OP. Zaghaft aber mit der Zeit immer standfester blieb das Gefühl und sogar mein Umfeld spürte, dass ich die Tornados und die Wirbelwinde der Op endlich auch charakterlich überstanden hatte.

Das war für mich wirklich eine Ernte. Denn ich hatte vor nichts so schlimm Angst, wie davor, dass ich nicht mehr die Alte sein würde. Nicht mehr die freche, selbstsichere, fröhliche, kraftvolle Hexe. Aber ich bin wieder da. Ich war nie wirklich weg. Ich war nur in einem Wirbelwind der Operations-Hormon-Chaos-Dingens gefangen. (Ich weiß keinen besseren Namen für diesen Zustand, … Schock vielleicht- aber mir gefällt das Dingens besser) ;)

Beltane 2016 - ich liebe mich! 
Jetzt naht Mabon. Das zweite Erntefest. Erntedank. Und ich spüre in jeder Phaser meines Körpers, dass ich dankbar bin. Und ich möchte Danken. In diesem Jahreszyklus ist so unglaublich viel passiert und die Jahreszeiten mit entsprechenden Eigenschaften haben mich herrlich durch diese Zeit getragen und mich begleitet.

Ich danke an erster Stelle natürlich Ilfur, der in dieser Zeit besonders über mich gewacht hat und mich durch Tränen und Freude begleitet hat wie kein anderer. Du warst und bist der Fels für mich. Mein Baum, der mich hält und stark ist. Danke für Deine Kraft! 

Litha, mich daran erinnern,
 wer ich bin 
Ein ganz besonderer Dank geht auch an meine Familie. Sie hat meine Entscheidung zu jeder Zeit unterstützt und mir viel Kraft und Halt gegeben. Sie hat Kindheitsdinge mit mir aufgearbeitet und mich gehalten. Mich an meine Wurzeln erinnert.

Ich danke meinem Onkel Andre, der mich pusht und mich motiviert, mich als kleiner Warrior bezeichnet und mir Mut macht, wenn ich den Kopf in den Sand stecken möchte. Der mir das Bild von dem "aus dem alten Körper schälen" gezeigt hat und mich immer wieder daran erinnert: "Know your why!" Danke Andre!!

Ich danke Andy der mir gezeigt hat, dass ich nach der OP noch gebraucht werde und mir völlig neue Sichtweisen über das Leben erörtert hat.

Ich danke Sylvia die mir in der anfänglichen Depression aufgefangen und begleitet hat. Sie war der wohl wichtigste Schlüssel für mich und ist es auch noch. In den ersten 2 -4 Wochen nach der Operation hatte ich das Gefühl, dass ich mein Leben weggeworfen hätte. Ich konnte nichts richtiges essen und war immer schon nach 2-3 Esslöffeln voll. Lebensqualität stellte sich nicht mehr ein. Sie machte mir Mut und da sie einen Monat vor mir Operiert wurde, wusste sie natürlich wovon sie spricht und machte mir als Vorbild richtig Mut. Ich danke ihr sehr!

Lughnasadh - die erste Ernte einfahren
Ich danke Dr. Tobias Meile und seinem Team des Bad Cannstatter Klinikums, die mich das ganze Jahr über so professionell begleitet haben und mir Hilfestellungen in jeder Lebenslage gegeben haben und geben.

Ich danke Sandy, Rosi, Conny, Nathalie, Dieter, Angelika, Hendrik und Miriam für die Motivation und Zusprache während der Zeit des Kampfes und anschließend.

Ich danke Gunnar, Chrissi und Gerd, die mich immer noch mit den gleichen Augen ansehen, wie eh und je… echte Freunde eben.

Und ich danke meinen Ahnen, die auf mich aufgepasst haben!
Ich danke dem lieben Gott und der Göttin!

Und ich danke jedem einzelnen von euch. Ihr habt mich ohne es zu wissen durch eine sehr prägende Zeit begleitet. Habt mir durch eure unzähligen E-Mails und Gedanken Mut gemacht und jede einzelne hat mir unglaublich geholfen und mir Wärme und Kraft gegeben. Danke! Von Herzen Danke!

Es ist ein unglaubliches Geschenk, so gehalten zu werden. Und manchmal, wenn ich Abends ganz alleine auf meiner Wiese sitze und verträumt in den Sonnenuntergang schaue, die Schwalben fliegen und irgendwo ein Dachs ruft, ich den Heugeruch in der Nase habe und die Bauern in der ferne arbeiten höre, dann durchzieht es mich mit jeder Phase meines Körpers und eine Träne der Rührung rinnt über mein Gesicht:

DAS LEBEN IST SCHÖN!!!


Mabon 2016 - Minus 67 Kilo
Zeit um Danke zu sagen...


Montag, 12. September 2016

Kein Pilz ist klein genug, um nicht auch ein Glückspilz zu sein :)

Letztes Wochenende war im Kloster Maulbronn der Herbst und Erntemarkt. Passend zum Jahreskreis.  Schon am Anfang wurde man mit abertausenden Gerüchen begrüßt. Es herrschte fröhliches treiben und allerlei Händler boten frisch geerntete Geschenke der Mutter Natur dar. Besonders angetan haben es mir natürlich die Pilze. Wie wunderschön diese kleinen Kunstwerke doch sind. 

Pilz in freier Laufbahn - es sieht aus wie ein Vogel 

Noch mehr Pilze :)

Passend zur Erntezeit beschenkt Mutter Natur uns wieder mit wunderschönen Pilzen


Sie haben sich extra fein herausgeputzt :) Sie sehen fast ein bißchen stolz aus :)

Die Erde lässt sie nicht komplett los :) 

Die Farben lassen den kommenden Herbst erahnen

Herbst- und Erntemarkt im Kloster Maulbronn


Zuhause angekommen wurde die Ausbeute gleich mal begutachtet :)

Hmmm das sieht schon lecker aus :)

Ein paar Maultaschen dazu und serviert

Es war unglaublich lecker!!! 

Keine Presse bitte! Die Hexe ist inkognito hier 

Na gut- ein Strahlen kann ich euch gerne schenken :)


Hier ist die Zeit stehen geblieben :) 

PS: Natürlich sammeln wir normalerweise selbst... aber dieses Jahr sind wir einfach noch nicht dazu gekommen :(