Waldgeflüster

Sonntag, 14. August 2016

Disteln - Kakteen des Nordens ?

Es gibt doch so viele Blumen, die pieksen, die irgendwo Stacheln haben und nicht gerade als Strauch wachsen. Meistens sagt man zu ihnen "Disteln", ganz lapidar. Aber da gibt es doch so viele Unterschiede, können das wirklich alles Disteln sein ?
Das Wort "Distel" bedeutet in seinen indogermanischen Ursprüngen tatsächlich so etwas wie "stachelig","pieksend".  Also für alle, die nicht weiter lesen wollen: nach dieser Definition sind Kakteen Disteln - sie wachsen nur nicht in unseren Breitengraden. Fertig ! :-)

Die Kratzdistel, der Inbegriff einer Distel schlechthin,
zumindest seit dem Film "Braveheart" :-)
Na gut, Rosen, Brombeeren, Hagebutten pieksen ebenso, wachsen aber als Strauch. Die drei sind übrigens stark miteinander verwandt. Aber Sträucher nehme ich lieber heraus, mir geht es doch immer um einzelne Pflanzen - bisher jedenfalls. Bei "Disteln" meint man auch heutzutage keine Sträucher, so klar sind "Disteln" immerhin definiert.

Kohl-Kratzdistel mit bleichen,
kohl-artigen Blättern
und ausnahmsweise
Weiß-grünen Blüten...
Schauen wir uns erst einmal die Blumen an, die das Wort "Distel" im Namen tragen. Es gibt da unglaublich viele Kratzdisteln - hängende, krause, stengellose, Sumpf-, Wollkopf-, Kohl- , Mariendistel, die riesige Eselsdistel und viele mehr; und alle sehen sie ähnlich aus mit ihren puscheligen, größtenteils violetten Blütenköpfchen und den wirklich stacheligen Stielen. Man könnte meinen, sie haben den "Disteln" ihren Namen gegeben. Und das ist wohl auch so.
Disteln scheinen definiert zu sein als Einzelpflanzen, pieksend, und Korbblütler müssen es sein. Der Unterfamilie "Carduoidae" werden sie zugeordnet, von lateinisch "Carduum" was soviel bedeutet wie "Distel". Also vom Namen her die "Distel-Artigen".

Auch die deutlich härter und trockener wirkenden Silberdisteln, Golddisteln und Eberwurzen gehören zur gleichen Familie und auch Unterfamilie. Sie wachsen nur auf kargeren, felsigeren Böden. Insbesondere den Eberwurzen wurden magische Kräfte zugeschrieben - der Wortstamm "Eber" steht dafür, daß die Pflanze "gegen" etwas hilft, etwas "bewirkt". Der "Eber" muß nichts mit Wildschweinen zu tun haben :-) Jedenfalls sagte man, daß die Pflanze Unheil abhielte und wenn man sie bei sich trüge, daß schlechte Energie abgeleitet würde sowie fremde schlechte Energie abgehalten, gewissermaßen aufgesogen. Ihre trockenen Kelchblätter schließen sich um die Blüten bei feuchter Luft um sie zu schützen - ein sehr, sehr schönes Hygrometer !
Gerade die Silberdistel und Eberwurzen werden medizinisch genutzt gegen alle möglichen internen und externen Beschwerden wie Nieren- und Blasenprobleme, Hautleiden wie Flechten, Grind und Schorf, und gegen alle möglichen internen und externen Entzündungen und Befall (Bronchitis, Prostataitis, Verdauungsbeschwerden mit ähnlicher Ursache), z.B. als Tee.

Wunder-wunderschöne Silberdistel
Quelle: wikipedia
Und essen kann man Teile der stacheligen Dinger auch noch - die Böden der Blütenköpfchen, die den Artischockenherzen ganz ähnlich schmecken und die geschälten Stiele der größeren Disteln lassen sich wie Spargel zubereiten.

Ich habe nach Ausnahmen gesucht weil mir das alles bisher viel zu eindeutig war und überhaupt nicht zu den Kakteen passen wollte. Und dann habe ich Flockenblumen entdeckt - denn manche von ihnen haben stacheln (Benediktenkraut), manche aber nicht (Wiesen-Flockenblume). Doch leider, leider gelten alle Flockenblumen, ob stachelig oder nicht, als Korbblütler -wie die Disteln- und wurden ganz genau so in die Unterfamilie der Carduoideae eingeordnet - die der Disteln. Es gibt also Disteln ohne Stacheln. Wunderbar. Paßt aber so überhaupt gar nicht in mein Konzept ;-)

Links eine schöne Zuchtform der Kornblume, rechts eine Wiesen-Flockenblume.
Beides Disteln ("carduoideae") ganz ohne Stacheln. Na super.
Quelle: wikipedia

Also sind Kakteen am Ende doch wirklich keine Disteln, weder botanisch noch volksmundig ? Diese südländischen Pflanzen sind keine "Carduoideae", sondern gehören zu den "Nelkenartigen" mit ganz anderen Blüten. Von ihren exotischen, besonders dicken wasserspeichernden "Stielen" mal ganz abgesehen.
Aber dann fielen mir noch weitere Pflanzen ein, und ich meine etwas gefunden zu haben. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.
Nehmt doch einmal einen Löwenzahn und fügt ihm Stacheln hinzu... und ihr habt eine perfekte, gelbblühende Distel ! Es gibt sie tatsächlich, sie nennt sich "Gänsedistel", mit Blättern und Blüten wie Löwenzahn - aber mit Stacheln bewehrt. Jeder würde spontan sagen, daß das eine "Distel" sei, eine stachelige Pflanze, schon von ihrem bürgerlichen Namen her. Aber: die Gänsedistel gehört eben nicht zu den "Carduoideae", den Distel-Artigen, sondern zu den Chicoree-Artigen ("Chicorioideae"). Eben wie auch der Löwenzahn. Und die Ausnahmen gehen noch weiter - viele Lattiche haben Stacheln (zum Beispiel der Stachel-Lattich :-)  ), und auch sie gehören zu den Chicorioideae. Lattich kennt Ihr in gezüchteter Form als leicht bitteren (typisch chicoree-artig) Kopfsalat. In englisch (bzw. germanisch abgewandelt): Lettuce.

Eine Rauhe Gänsedistel
Manche Gänsedisteln wurden
als Gemüse angebaut...
Eine Acker-Gänsedistel
schaut aus wie Löwenzahn
mit Stacheln, ist auch
ein sehr enger Verwandter !
Quelle: wikipedia
Und noch schnell
ein Stachel-Lattich

Die wilde Karde. Wird sehr gern in Gestecken genutzt ,
läßt sich gut und formerhaltend trocknen.
Sie piekst, heißt "Distel" (Karde = carduum), aber ist
botanisch gesehen keine.

Heißt das also daß alle "Disteln" dann wenigstens Korbblütler sein müssen , wenn sie schon nicht "Carduoideae" sind ? Nein....! Ich habe noch eine Ausnahme gefunden. Die Karden. Lustigerweise steckt auch hier die "Distel" in ihrem Namen: Karde ist eingedeutscht für das lateinische "carduum", und das steht nunmal für "Distel" :-) Also nochmal zum Mitschreiben: Karden heißen so vom lateinischen "carduum"=Distel, sie sind aber nicht "carduoideae", also "Distel-Artig" und damit keine botanische Distel. Das ist genau die Verwirrung, die ich brauche!
Denn die Karden pieksen, jeder Mensch würde sie spontan als "Distel" bezeichnen, aber sie gehören trotz ihres bürgerlichen Namens nicht zu den Cardoideae, sie sind nicht einmal Korbblütler! Es sind Geißblatt-gewächse, lateinisch Dipsacoideae.

Wegen ihres Rings aus Blüten, der langsam am Blütenkolben von unten nach oben wandert, glaubte man einen Wirkstoff gegen Borreliose-Erreger gefunden zu haben: nach einem Zeckenbiss kann ebenfalls ein roter Ring um die Bißstelle entstehen, und nach der Paracelsus'schen Ähnlichkeitenlehre müßte das doch passen... die Wirkung der Pflanze gegen Borreliose wurde aber nie so richtig bestätigt.

Der kleine Blütenring am Kolben -
im Gegenlicht
Also gibt es zwar die botanische Familie der "Disteln", aber im Volksmund wird so ziemlich alles als "Distel" bezeichnet, was piekst und kein Strauch ist. Zu recht, weil die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "Distel" wirklich nur für "pieksend" steht. Distelig.
Es gibt genügend pieksende Pflanzen, die nicht der botanischen Unterfamilie der Distel-Artigen ("Carduoideae") angehören. Von denen sicher jeder Mensch gesagt hätte, daß sie Disteln seien.

Die große Eselsdistel wirkt sehr südländisch, besitzt so dicke Stengel und Blätter, daß der Sprung zur Kaktee nicht mehr weit zu sein scheint. Und doch gehören die Kakteen einer ganz anderen Familie an, wegen ihrer Blüten, Formen und der gesamten Art und Ausstrahlung.
Als gut, dann ein Kompromiss: Disteln sind wohl keine Kakteen des Nordens. Aber nach der ursprünglichen Verwendung des Wortes "Distel" sind Kakteen dann eben die Disteln des Südens.
Zumindest sind sie sehr, sehr "distelig" - das wird jeder zugeben müssen...

Die riesige, silbrige Eselsdistel.
Beinahe schon eine Kaktee, oder ?
Quelle: wikipedia
Habt Ihr bemerkt, daß es hier gar nicht um Kakteen ging ? Das war Absicht - eigentlich erzähle ich viel lieber über heimische Pflanzen... ;-)

Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur

Samstag, 13. August 2016

Yin-Yang Schnecken

...in inniger Umarmung...

Freitag, 5. August 2016

Erbsen, Bohnen, Wicken, Klee - die Schmetterlingsblütler

Wunderschöne Farben: Blüten der Frühlings-Platterbse
 (Lathyrus Vernus)
Neulich sah ich in einer Folge von "Welt der Wunder" einen Fernsehbericht über das Überleben in unseren Wäldern. Dort wurden verschiedene Pflanzen gesucht, lecker zubereitet und genossen. Schilfrohr zum Beispiel, das wie Lauchgemüse gegart wurde und mit wilder Möhre kombiniert. Sauerklee und mit Händen entnesselte Brennnesseln, zum Salat bereitet mit einem Dressing aus geraspeltem Douglasienharz. Wohl sehr lecker !
Und dabei überlegte ich , was man denn noch so essen könnte, was ungiftig ist und einfach so satt macht, ohne daß man es groß vorbereiten und zubereiten muß. Unter anderem ganz klar: Bohnen und Erbsen. Und ja freilich, die wachsen nicht nur in Dosen im Kaufladen heran !

Sonst kennt man sie ja nur aus dem Kaufladen: grüne Bohnen mit Schote, Erbsen ohne Schote,
Feuerbohnen, Sojabohnen, weiße und braune Bohnen und ich viel mehr. Und alle haben sie drei Dinge gemeinsam: man kann sie essen, sie wachsen in Schoten heran, und ihre Pflanzen sehen wirklich sehr schön aus. Mit buntesten Blüten, geformt wie Schmetterlingsflügel. Weswegen sie auch alle "Schmetterlingsblütler" heißen.

Zugegeben, in wilder Form geraten die Erbsen und Bohnen nicht sehr groß. Aber schmecken tun sie genauso! Ihre Schoten enthalten viel Proteine, und bestimmte Sorten wie die Wiesen-Platterbse werden gerne als Alternative dem Viehfutter zur Mast beigemischt.

Die Wiesen-Platterbse, Lathyrus Pratensis.
Leicht zu verwechseln mit hohen Kleesorten,
aber das macht nichts !

Erbsen aus südlicheren Gefilden wurden gerne zu rein optischen Zwecken bei uns eingeführt und angebaut. Natürlich sind auch diese essbar, wenn man sie findet, und sie haben teilweise deutlich größere Erbsen bzw. Bohnen bzw. Schoten - je nach Sichtweise anders benannt :-)

Hier zum Beispiel die breitblättrige Platterbse,
bei ihr sind sogar die Stengel abgeflacht und beinahe so breit wie Blätter...


Wir haben hier bei uns eine weitere wilde "Bohnensorte", die Zaunwicke - nicht die Zaunwinde mit den weißen Trichterblüten. Ihre Schoten sind etwas zäher als die der Platterbsen, aber auch größer. Und ich denke, gekocht sind sie kein Problem mehr. Die als Nutzpflanze angebaute Ackerbohne steht ihr ganz besonders nah, beide Sorten gelten als "Wicken". Auch die Zaunwicke wird gerne als Futtermittel genutzt - viel Eiweiß, und macht satt. Ich mag sie einfach gerne anschauen, ihre feder-artigen Blätter und die beweglichen Spitzen, mit denen sie sich gern irgendwo festklammert.

Zaunwicke (Vicia sepium) - mit grünen, essbaren Schoten, gefiederten Blättern und kleinen Winden-Fortsätzen oben in Blütenhöhe. Damit sie nicht so leicht vom eigenen Gewicht umkippen, können sie sich damit irgendwo festhalten
Und die Vogelwicke (Vicia cracca) - einfach ein paar Blüten mehr.
Hier sind ihre schönen niedrigen Blätter gemischt mit denen von Zaunwinden...
(giftige!) Lupinen aus dem Pflanzenkatalog;
ein eigenes Bild folgt noch nach!
Und dann gibt es da noch die sehr engen Verwandten, die Lupinen. Sie sind aus fremden Landen zu uns gekommen und hielten wegen ihrer schönen Blüten und düngenden Eigenschaften Einzug in unsere Gärten. Mancherorts findet man sie verwildert in großer Zahl an Wegrändern. Die wenigsten Lupinen sind essbar, gerade die wilden Formen enthalten zu viel vom Stoff "Lupinin", und der verursacht in höherer, unbekannter Dosis Atemlähmung. Schmeckt die Erbse bitter: Finger weg!

Nur die Zuchtformen der "Süßlupinen" sind relativ ungiftig, ihre Samen können als Snack genossen werden. Zu den Süßlupinen gehören unter anderem die weißen und die gelben Lupinen. Aber warum sich damit herumschlagen ? Nehmt doch lieber Erbsen oder Zaunwicken !
Obendrein haben Menschen, die allergisch reagieren auf Erdnüsse, Lakritz / Süßholz usw. mit den meisten Schmetterlingsblütlern ein Problem: es handelt sich um die gleiche Pflanzenfamilie !


Der Hornklee,
Blüten zum verwechseln ähnlich
der Wiesen-Platterbse.
Sehr häufig anzutreffen...
Hier der "Habitus" des Hornklee,
die Pflanze mit Stengeln und Blättern. Und ja,
ihre "mini-Bohnen" kann man essen.

Angedeutet: der Feld-Klee.
Bei mir wachsen Zaunwicken,
Feldklee, Hornklee und
Rotklee friedlich nebeneinander
im Garten... eine schöne
Dünger-Rasenmischung :-)
 Erinnert Ihr Euch noch (weiter oben...) an die Wiesen-Platterbse mit ihren gelben Blüten? Sie ist manchmal kaum zu unterscheiden von einigen Klee-Sorten, die es so gibt. Klar kennt Ihr alle die dreiblättrigen, ganz selten vierblättrigen Klees, die klein am Boden wachsen. Aber die hochgewachsenen Klees, die sind wirklich fast identisch zu den Erbsen. Zum Beispiel der gelbe Feldklee, der hohe Steinklee und ganz besonders der Hornklee ! Aber es ist überhaupt nicht schlimm, diese Pflanzen miteinander zu verwechseln. Man wird am Klee oft nur keine Schoten finden, aber ungiftig und nahrhaft sind sie allesamt. Klee-Sorten sind zwar Schmetterlingsblütler, aber manche Klees sind keine "Hülsenfrüchtler" mehr, das wäre ihre Unterfamilie. Dochdoch, wenn Ihr genau hinschaut haben einige Klees, eben die am ehesten wie Platterbsen aussehen, am Ende ihrer Blütezeit tatsächlich kleine Schoten ausgebildet...

Der Rotklee, oder auch Wiesenklee.
Typisch: drei Blätter pro Stengel,
daher auch der lateinische Name
 "trifolium pratense", Wiesen-Dreiblatt.
Die meisten Klees heißen "trifolium";
manche, die eher wie Erbsen
aussehen, werden "Melilotus"
genannt,  z.B. der Hohe Steinklee,
Melilotus altissimus
Es gibt gar viele Kleesorten, und weit verbreitet sind sie ja auch - Rotklee und Weißklee kennt Ihr sicher von überall her. Und ja, auch dieses Familienmitglied ist eßbar und in Ergänzung zu den anderen Verwandten sogar heilsam! Seine Gerbstoffe reinigen die Verdauung, er wirkt gegen Gicht und Rheuma, und auch eine krebshemmende Wirkung wird ihm zugesagt.
Da mußte ich erst meinem
Gefühl  vertrauen.
Die Hauhecheln gehören
tatsächlich zu den Klee-
Sorten ("Trifoliae")!
Gestatten: Ononis.
Ononis Repens,
kriechender Hauhechel.
Wobei ich in diesem Fall lieber "rote Beeren" (Heidel-, Brom-, Himbeeren, auch Kirschen) empfehlen würde mit ihrem besonders hohen Gehalt an vorbeugenden Anti-Oxidantien.

Dann gibt es noch den Hasen-Klee, Erdbeer-Klee, Sauerklee... - halt stop! Sauerklee ist leider gar kein Klee, d.h. kein Schmetterlings-blütler. Er sieht nur wegen seiner Blätter so aus. Aber auch ihn kann man essen, er enthält nur andere Wirkstoffe und ist wirklich spürbar sauer - und lecker. Ein weiteres Pflänzchen für das Überleben im Wald, wächst er dort besonders gern.

Wald-Sauerklee auf einem moosigen Stein. Eigentlich keine Klee-Sorte, das merkt man schon an den Blüten.
Und auch am sauren "Vitamin-C" Geschmack. Den haben Klees nicht.

Also, laßt Euch die wilden Erbsen und den Klee schmecken, es müssen nicht immer die eingebürgerten Exoten sein wie Erdnüsse, Soja und so weiter. Da heimische Pflanzen manchmal in Vergessenheit geraten sind wirken sie noch viel exotischer, wenn sie doch mal auf dem Tisch landen...


Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur

Mittwoch, 3. August 2016

Lieblingsfilme - "Cloud Atlas"

Wieder einmal hat es ein Film in meine Liste der "magisch-mystischen Lieblingsfilme" geschafft.
Für viele von Euch ist es vielleicht ein alter Hut, aber ebenso vielleicht kennt ihn manch einer noch nicht...?


K: Jenseits/Anderwelt, Geistwesen, (Natur-)Religion
B: spannend, nachdenklich, actiongeladen

Cloud Atlas - der Leitspruch lautet "everything is connected", alles ist miteinander verbunden.
Der Film versucht beispielhaft zu zeigen, auf welche Weise Menschen miteinander verbunden sein können. Über Orte und durch Zeiten hinweg, durch Wiedergeburten erleben Menschen immer wieder gleiche oder Ähnliche Dinge, aber die Seelen lernen auch, entwickeln sich durch die Jahrhunderte weiter - werden immer dunkler und böser, immer positiver und stärker. Ob nun als Mann oder Frau, verheiratet oder befreundet, Gegner oder Partner, Körper oder gar nur als Geist haben die Charaktere in diesem Film immer wieder miteinander zu tun. Und wenn es nur um eine Melodie geht, die vor Jahrhunderten entstand und irgendwann Generationen später einem Menschen spontan in den Sinn kommt, ihm bekannt vorkommt und ihn inspiriert.
Der Zuschauer wird durch ferne Vergangenheit geführt, die nahe Vergangenheit, die nahe Zukunft und auch in die ferne Zukunft. Auch optisch haben sich die Macher des Films sehr viele Gedanken über Details gemacht, wie beispielsweise zukünftige Menschen aussehen könnten, wie sie sprechen, und wie ihr soziales Gefüge aussehen könnte.
Ein recht vielschichtiger Film, den man vielleicht sogar zweimal sehen sollte...

Oh, irgendwann in der Vergangenheit hatte ich einen Artikel geschrieben über Verbindungen und deren magischer Nutzung - vielleicht möchtet Ihr den ja auch nochmal lesen? Er beschreibt zwar einen anderen Aspekt der gleichen Art von Verbindungen, aber vielleicht ist er ja auch interessant...?

Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur

Montag, 1. August 2016

Können wir Äpfel mit Birnen vergleichen??? Und was haben die Göttinnen damit zu tun?

Am Wochenende waren wir auf dem Weg zu unserem Freund nach München. Unterwegs sah ich das Schild "Maria Birnbaum" und mir kam ein Gedanke, den ich mit euch teilen möchte. Ich fragte mich, was es mit diesem Kloster auf sich hat. Vor allem mit dem Birnbaum. In diesem Zusammenhang ist mir aufgefallen, dass es in Avalon oder auch bei Frau Holle eigentlich immer nur um Äpfel geht. Warum hier jetzt um Birnen?
Jetzt werdet ihr euch fragen, warum mir das einen Blogeintrag wert ist. Nun, ich bin bei meinen Recherchen auf etwas sehr spannendes gestoßen und möchte euch daran teilhaben lassen. 

Der Apfel
Das Pentagramm im Apfel
Der Apfel war in der Jungsteinzeit ein weit verbreitetes Baumobst. Aber der Apfel steht auch seit jeher für das Symbol des Urweiblichen, der großen Mutter, der Liebe, Sexualität und Fruchtbarkeit. Er steht synonym für die weibliche Brust und verkörpert das Leben schlechthin. Schneidet man einen Apfel durch, trägt er sogar das Zeichen der großen Mutter, - ein Pentagramm. Des weiteren galt er auch als Sinnbild für Unsterblichkeit und ewiger Jugend.
Die Kelten sahen den Apfel als Vermittler zwischen Leben und Tod. Der Apfel war bei ihnen eine typische Speise für die Toten.
Die Mystische Inse Avalon, übersetzt „Apfelbaum/ Apfelhain“ wird oft auch als das Apfelland (Das Land der unsterblichkeit) bezeichnet.
Man sah den Apfelbaum oft als Weltenbaum an und die Früchte folglich als die Vermittler der Quatlität des Weltenbaumes. Der Weltenbaum und der Apfel sind alle mit der Göttin und der Wiedergeburtssymbolik verbunden. Im Sommer ist der Apfelbaum der Baum der Muttergöttin Inanna. Der Apfel als Symbol des Schenkes des ewigen Lebens, d.h der Wiedergeburt durch die Muttergöttin ist mit Ausnahme der Ägypter von allen Völkergruppen bekannt, was ein hohes Alter dieser Symbolik vermuten lässt. Viele Göttinnen werden mit Apfel dargestellt. Demeter, Hathor, Aphrodite, usw.

Seitdem das Marienbild in den Birnenbaum
 gestellt wurde, passieren Wunder
In der Bibel wurde der Apfel der Göttin zu dem Apfel des Sündenfalls. Im Grunde beruht die Legende vom verbotenen Apfel auf einem Übersetzungsfehler. Aus „malus“ für „böse“ wurde „malum“, der Apfel. Richtig übersetzt hieße der Satz etwa: Der Baum der Erkenntnis des Guten und des bösen".
Ein Apfelbaum war schon seit je her dafür bekannt, dass man Einsichten und Klarheiten erlangen kann, wenn man sich ihm nähert. Er soll suchende in die Anderswelt führen und sie dadurch begleiten.

 
Maria Birnbaum
Schwedische Soldaten verstümmelten 1632 ein Marienbild das in der Nähe aufgestellt war, und warfen es in einen Teich. Ein Dorfhirte aus Sielenbach fand es und stellte es in einen hohlen Birnbaum 1659/60 ereigneten sich dort Wunderheilungen und die Wallfahrt setzte ein. Daraufhin wurde die Kirche um den Birnbaum erbaut, der 1671 abstarb. Das Gnadenbild befindet sich am Hochaltar in einer Höhlung des Baumstammes. Der Stamm ist hinter dem Altar zu sehen.



Isis mit dem Horus Sohn
Maria/ Isis/ Nerthus
So weit so gut. Und was ist daran jetzt spannend? Nun. Ich habe mir dieses Marienbild genauer angesehen und mir ist aufgefallen, dass Maria wie immer die Attribute der Isis zeigte. Etwas was Isis auf fast jedem Marienbild "vererbt" hat, ist der blaue Mantel. Auch die Isis Attribute wie der Halbmond und die Sterne. Auch Isis führte übrigens den Titel "Mutter Gottes" und "Gottesgebärerin" den sie 431 auf dem Konzil von Ephesusan an Maria, die Mutter Jesu abtreten musste. Isis wurde bezeichnet als Liebreiche Mutter, thronende Himmelskönigin, Meeresgöttin, Gnadenspenderin, Unbefleckte, Sancta Regina, sie war die Mutter des Grünens und Blühens, aber auch die Mater Dolorosa (Schmerzensmutter). Damit ihr mich richtig vesteht, wir reden hier immer noch über Isis ;) Isis gebar als Jungfrau und unterwegs. Sie hält das Gotteskind (Horus oder Harpokrates genannt) auf dem Schoß und reicht ihm die Brust. Statuetten der Mutter mit dem Säugling waren im alten Ägypten weit verbreitet. 

Wenn wir jetzt Tacitus glauben schenken, dann handelt es sich bei Isis auch automatisch um Nehalennia (besser bekannt als Nerthus). Es war normal, dass germanische und römische Vorstellungen zusammengeflossen sind. Weiterhin scheint Nehalennia (auch Nerthus genannt), welche oft mit Mantel und einem Hund oder Wolf dargestellt wird, auch die Göttin der Unterwelt gewesen zu sein. Verbindungen bestehen daher wohl zur nordischen Totengöttin Hel und zur deutschen Gestalt der Frau Holle

Tacitus hat uns keinen Partner der Nerthus überliefert, keinen Himmelsgott, der sie befruchtet, aber archäologische Funde aus den ersten Jahrhunderten n. Chr. beweisen, daß es ihn gegeben haben muß. Inzwischen wird jedoch angenommen, daß Ingwaz der Partner der Nerthus war. Kommt euch das bekannt vor? Kennen wir denn den Vater des Jesus-Kindleins? 

Nerthus war bei einer Reihe von germanischen Stämmen Göttin der Fruchtbarkeit und des Wachstums, Urgöttin und Erdmutter. Sie steht für das Bewahrende, die Tradition und Erdverbundenheit. Wie auch Frau Holle. Und wie die Isis in ihrer Kultur auch. 

Nehalennia mit einem Korb voller Birnen

Birnen
Immer wieder finden wir auf Darstellungen der Nerthus auch Birnen. Auf sehr vielen Nehalennia Altären (wie in Zeeland) liegen Birnen oder sind Birnen eingearbeitet. Überall wo wir die Verehrung von Nerthus (Isis) finden, finden wir auch Birnen. Die Birne ist ebenso wie der Apfel ein altes Fruchtbarkeitssymbol. Es steht aber im Gegenzug zum Apfel mehr für die spirituelle Fruchtbarkeit. Wie der Apfel hat übrigens auch die Birne mit dem Sterben zu tun. Der Übergang in Sein-Zustände kann in diesem Zusammenhang als eine bsondere Art von Fruchtbarkeit auf spiritueller Ebene verstanden werden. Die Kirche sieht Maria gerne als Birnenbaum, die der Welt eine Frucht schenkt. Den kleinen Jesus, der seinerseits an den Menschen Liebe und Erlösung bringt. 

Albrecht Dürer- Maria mit der Birnenschnitte 

Fazit:
Als wir im Klosterladen von St. Ottilien stöberten, fiel mir ein Buch vor die Nase. Es geht in dem Buch um Eigenheiten von Pflanzen und Bäumen. Grob zusammengefasst wird berichtet, dass Pflanzen und Bäume eine eigene Seele haben und einer festen Gottheit zugeordnet sind... 

Es ist Erntezeit. Die Äpfel und die Birnen prangen dick und schwer an den jeweiligen Bäumen... und vielleicht wussten die Alten mal wieder mehr als wir,... denn meine Uroma verbeugte sich stets vor einem Baum der Früchte trug. 

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Hochsommer und spannende Gedankengänge!

Donnerstag, 28. Juli 2016

Lammas 2016


Spätsommer
Wenn das Gras der grünen Wiesen
Zeitig ist zur großen Mahd,
Wenn der Sommer seine Sense
Singen lässt durch reife Saat:
Dann soll deine Seele Sonne,
Kraft und Frucht und Ernte sein:
Schneide ruhig deine Ähren,
Fahre deine Garben ein!

Otto Julius Bierbaum (1865-1910)


Donnerstag, 14. Juli 2016

Farewell Uli ...


Die einen nannten Dich Spinner! Die anderen Träumer! Viele haben sich ihr Schandmaul über Dich zerrissen. 
Für mich warst Du ein Mensch, der seine Träume gelebt hat. 
Du hast in jedem Gespräch, in jeder Mail, in jedem Moment immer darauf geachtet, dass es mit gut geht. Du hast mich unterstützt, wo immer Du konntest. Du hast mich frei gelassen und doch immer wieder mit offenen Armen aufgenommen!
So agiert kein Spinner! So agieren nur wirklich Herzensgute Menschen!
Du wirst mir unglaublich fehlen!

Farewell!

Dein Hexengerümpel ... Fenni 


Möge der Sonnenschein
Dein Herz erleuchten.
Möge der Windhauch
die Lasten der Vergangenheit hinwegwehen.
Möge der Regen
Dich aufatmen lassen.
Geh voran!
Ich blicke Dir nach! 
Ich bleibe bei Dir!
Mit meinen Wünschen für Dich und 
meiner Erinnerung an Dich
im Herzen! 


Freitag, 8. Juli 2016

Lughnasadh 2016 - nötige Aggressionen?



Während die einen über die Hitze schimpfen und die anderen sich über den endlich zu erkennenden Sommer freuen, sitze ich hier in meinem Wald auf einem Baumstamm und lasse mir den Wind ins Gesicht wehen. Ach ich mache das viel zu selten. Einfach nur sitzen und sein. Einfach nur die Natur spüren und innehalten. Einfach ganz bei mir sein. Dabei tut es so gut.

Wisst ihr, was mir gerade aufgefallen ist? Wenn ich den Wind in mich aufsauge, dann schmecke, nein dann rieche ich schon ein wenig Herbst. Und es ist nur allzu wahr. Mit großen Schritten steuern wir jetzt schon auf das erste der drei Keltischen Erntefeste zu. Lughnasadh. Am 31. Juli bzw. 1. August ist es wieder soweit. Dann begehen wir das Erntefest. Wir sagen auch ab und zu Körnerfest oder Schnitterfest dazu.

Als ich letztes Jahr den Beitrag zum Schnitterfest verfasste, wurde ich von einer sehr netten Dame angesprochen, ob das denn nicht zu aggressiv sei. Schnitterfest. Das würde sich nach einer billig Variante eines Horror/ Splatterfilmes anhören. Irgendwie musste ich darüber schmunzeln. Denn Recht hatte sie damit auf jeden Fall. Irgendwie. Ich dachte noch lange und viel über dieses wertvolle Feedback (jedes Feedback ist für mich wertvoll!) nach. Ich spiegelte das Leben, unsere Gesellschaft und unsere Kultur und mir fiel auf, dass wir überall mit Aggressionen konfrontiert werden. Am deutlichsten ist es mir morgens auf der Fahrt zur Arbeit aufgefallen. Ich bin (das wisst ihr ja schon) jemand, der eher gemütlich fährt. Ich werde so oft angehupt, mit Lichthupe angeblinkt und angeschimpft weil ich es wage, mich an die vorgegebene Geschwindigkeit zu halten. Bei einem Gespräch in meiner Firma kam das Thema einmal auf den Tisch. Wir arbeiten in der Nähe von Stuttgart und dort gehört das Rasen und Drängeln zum guten Ton. Eine Stimme meinte sogar, dass die elendig lahmen Krücken nix auf der Straße zu suchen hätten. Das sei immerhin Krieg und da müsse man sich anpassen. Ich höre diesen Satz noch so, als hätte die besagte Person ihn erst gerade zu mir gesagt.
Für mich war und ist dieses Verhalten immer geprägt von einer heftigen Aggression. Aber ist diese Aggression auch nötig? Dazu müssen wir uns den Begriff der Aggression erst einmal genauer anschauen. Wodurch wird ein Mensch Aggressiv?
Wir unterscheiden in der Therapie zwischen der ehrlichen/ echten Aggression und einer unechten Aggression. Für eine echte Aggression gehen Prämissen wir Bedrohung, Entwürdigung, Diskriminierung, Verdrängung, Verunsicherung, usw voran. Bei der unechten sind es oft andere Motivationen Aggressiv zu werden. Gewohnheit, animiertes Verhalten vom Umfeld, Arroganz, Übermut, usw. Spannend ist hier zu betrachten, dass die Aggression durch Gewohnheit oftmals durch die Umgebung normalisiert wird. Normalisiert ziehen einige Menschen leider mit "es ist doch o.k" gleich.
Die Echte Aggression ist immer ein emotional geführtes Angriffsverhalten. Das bedeutet, dass ich mir nicht mehr anders zu helfen weiß und emotional gar nicht anders handeln kann. Und diese Aggression ist durchaus hilfreich und nötig und nützlich.

War das jetzt nötig? 
Als ich das zum ersten Mal von meiner damaligen Mentorin gehört habe, sind in mir Harmoniebärchen alle Lampen angesprungen. "Aggression ist doch niemals gut!" so dachte ich,... und ich musste einsehen, dass ich mich irre. Und schon bald wurde ich eines besseren belehrt.

Die meisten Menschen setzen Aggression automatisch mit schlimmen Tätigkeiten gleich. Aber es gibt auch nützliche Aggression. Jetzt zu Lughnasadh kann ich es euch besonders schön erklären. Schaut euch mal um. Schaut mal die Kräuter. Lughnasadh ist ja auch das Fest der Kräuterweihe. Damit wir unseren Lughnasadh Strauß binden können, benötigen wir 9 Kräuter. Diese werden abgeschnitten. Natürlich fragen wir das Kraut im Vorfeld, ob wir einen Zweig von ihm haben dürfen, aber letzten Endes schneiden wir. Ungefragt. Eine Form von Aggression. Und was ist mit der Ernte? Das Korn reift und muss bald geerntet werden. Früher war die Motivation zu ernten eine echte Aggresssion. Es ging darum, dass die Ernte das eigene Überleben sicherte. Und ich meine hier nicht das Überleben im Straßenverkehr, sondern das echte, nackte überleben. Der Kampf um wirkliches Leben und wirklichen Tod. Die Motivation war also Bedrohung durch den Winter, Verunsicherung und Angst. Nur durch klare, fest angesetzte Schnitte konnte die Ernte gesichert werden und das eigene Überleben sichergestellt werden.
Eine unechte Aggression wäre im übrigen in diesem Falle jemand, der durch das Feld poltert und alles platt tritt und (übertrieben gesagt) alles vergiftet. In Sinnloser Aggression. Erkennt ihr den Unterschied?

Ja, auch darum geht es an Lughnasadh. Zu erkennen, von welcher Motivation meine Aggression gesteuert ist. Das ist etwas knifflig. Das gebe ich zu. Aber mit Reflexion und ein wenig Übung habt ihr leicht raus, wer euch steuert. Wir steuern schon kräftig auf die dunkle Jahreszeit zu und wir müssen jetzt auf uns selbst aufpassen. Klare Entscheidungen treffen, für uns selbst gut sorgen, uns selbst auch mal abgrenzen. Damit erst gar keine Aggressionen aufkommen. Aber vermeiden können wir diese Momente wohl nie. Und ich frage mich, ob wir die großen Streits vermeiden können, indem wir schon die kleinen Anzeichen in uns selbst wichtig nehmen und uns selbst ernst nehmen. Unsere Ängste ernst nehmen und nicht hinter einer Maske verstecken. Hilft es vielleicht schon, aus unserem Denken in das Handeln zu kommen?

Ohweh, das war jetzt zu kompliziert? Ich verstehe. Ich erkläre es euch an einem Beispiel zwischen meinem Mann und mir.
Mein Mann liebt seine Gartenarbeit. Er liebt es Büsche, Kräuter, Bäume (eigentlich alles was ihm vor die Heckenschere kommt) zu stutzen, zu schneiden, zu trimmen. Für mich ist es jedes Mal sehr schwer zu sehen, denn ich liebe wilde Gärten- sie sind für mich ein Zeichen von Mutter Naturs Machwerk. Jedes Mal wenn ich ihn da schnippeln sehe, spüre ich, wie eine Aggression in mir hochkocht. Ich habe reflektiert und erkannt, dass meine unechten Aggressionen von der Motivation "Gewohnheit" gesteuert war. Früher habe ich meinem Unmut oftmals Luft gemacht. Mittlerweile bin ich vom Denken (Wie kannst Du nur die Büsche zerhackstückeln *mecker* ) in mein Handeln gekommen. Ich weiß, wer mich in dieser Situation leitet und muss mittlerweile schon ab und zu schmunzeln. Ich bin - wie viele von uns- ein Gewohnheitstier. Mein Handeln besteht darin, dass ich gerade jetzt zu Lughnasadh ein kleines Opferritual für die Mutter Erde mache und die Büsche Weihe (eigentlich mag ich diesen Begriff nicht, denn Weihen... darf ich das überhaupt? Will ich das überhaupt?). So habe ich das Gefühl, dass ich das, was ich eh nicht ändern kann (und die Büsche brauchen das ja eigentlich auch, es ist ja nur meine persönliche Problematik) etwas mindere. Und meinem Kopf hilft es.

Vom Denken ins Handeln kommen. Ich möchte euch dazu abschließend noch einen Spruch mit auf den Weg geben, der zumindest mich in dieser Sache sehr zum Nachdenken angeregt hat. Über das Leben, über Situationen die man eh nicht ändern kann... man kann nur seinen Teil dazu beitragen.

Keltischer Glaube: Wenn es einen Tod gibt, ist er die erste Tatsache des Lebens. Das Leben muss dann, um überhaupt lebenswert zu sein, auf den Tod hingelebt werden, als gäbe es ihn nicht, nämlich als das wahre Leben.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein reflektierendes Lughnasadh

Blessed be!!!
Blessed be!!!
Blessed be!!!